Boxen: Wladimir Klitschko ist glücklich über Rückkampf-Absage gegen Anthony Joshua

HAMBURG, GERMANY - JUNE 07: Wladimir Klitschko talks during to the Klitschko Launch-Event at Elbphilharmonie on June 7, 2017 in Hamburg, Germany. (Photo by Selim Sudheimer/Bongarts/Getty Images)
Wladimir Klitschko ist seit seinem Rücktritt vom Boxen als Geschäftsmann unterwegs - und fühlt sich in seiner Haut pudelwohl. © Bongarts/Getty Images, Bongarts

Revanche-Post war schon geschrieben

Wladimir Klitschko war nur einen müden Klick von einem Rückkampf gegen Schwergewichts-Champion Anthony Joshua entfernt. Wie Klitschko der 'International Business Times' verriet, hatte der 41-Jährige den entsprechenden Text, mit dem er die Revanche für seine K.o.-Niederlage von London einläuten wollte, schon in seinem Smartphone abgelegt. "Ich liebe das Boxen, ich liebe seine Fans, seine Herausforderungen und Chancen so sehr. Klitschko vs. Joshua 2 läuft. Ich sehe euch am Ring." Bereit zum Senden. 

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Klitschko "glücklich" mit seiner Entscheidung

Es kam bekanntlich anders. Klitschko entschied sich am 2. August dazu, den ebenfalls vorsorglich abgetippten Post in die Welt zu setzen, der seinen Rücktritt vom Boxsport erklärte. "Es war für mich die schwierigste Entscheidung", sagte Klitschko. Bereut hat der langjährige Weltmeister aller Klassen seinen Schritt aber nicht. "Ich bin so glücklich. Man weiß ja nicht im Vornherein, ob die Entscheidung richtig oder falsch ist, sondern erst nach ein paar Monaten. Ich würde sagen, es war richtig."

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Joshua-Kampf rückte Klitschkos Karriere wieder ins rechte Licht

"Ich habe vielleicht etwas unlogisches getan", spielte 'Dr. Steelhammer' auf die rund 20 Millionen Euro Börse an, die er mit einem Rückkampf gegen Joshua verdient hätte. "Aber ich habe zu meinen Bedingungen aufgehört, nicht zu denen anderer."

Klitschko hatte sich Ende April mit Joshua eine Ring-Schlacht erster Güte geliefert. Nach seiner dramatischen Niederlage in der 11. Runde feierten 90.000 Briten im Wembley-Stadion den Altmeister mit Ovationen. Ein gänzlich anderes Gefühl, als eineinhalb Jahre zuvor, als Klitschko seine WM-Gürtel in Düsseldorf nach einem enttäuschenden Auftritt an den exzentrischen Engländer Tyson Fury hatte abtreten müssen. Hätte seine Karriere mit dieser "fürchterlichen" Vorstellung geendet, "wären mein Herz und meine Seele nicht in Frieden", gestand der Ukrainer. "Der Kampf mit Joshua hat alles wieder großartig aussehen lassen."

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'Dr. Steelhammer' wünscht sich viele Siege für Joshua

Seinem Nachfolger als Schwergewichts-Weltmeister wünschte Klitschko viel Erfolg. "Ich hoffe, Joshua gewinnt all seine Kämpfe. Je häufiger er gewinnt, desto besser sehe ich aus", witzelte der Ex-Champion. Den Anfang machte Joshua Ende Oktober: In Wales verteidigte 'AJ' Klitschkos einstiges Hab und Gut – die WM-Gürtel der Verbände WBA und IBF – gegen den Franzosen Carlos Takam durch Technischen K.o.