Bürgerkrieg und Flüchtlingsdrama im Südsudan: Fast jeder hat schon mal eine Hinrichtung erleben müssen

Bürgerkrieg und Hungersnot im Südsudan
Bürgerkrieg und Hungersnot im Südsudan RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet 00:03:01
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Einer der schlimmsten Orte

Der jüngste Staat der Welt ist im Moment einer der schlimmsten Orte, an dem Menschen leben können: Im Südsudan tobt ein brutaler Bürgerkrieg, miteinander verfeindete Warlords verursachen bewusst Hungersnöte. Ihnen geht es um die Bodenschätze, vor allem ums Öl. Für gut fünf Millionen Menschen geht es darum, dem Hungertod zu entkommen. Viele fliehen ins Nachbarland Uganda. RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault hat das neuste Flüchtlingslager dort besucht.

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Kriegsgräuel, Vergewaltigungen und gezielte ethnische Säuberungen

Die Flüchtlinge, die dort ankommen, sind völlig am Ende und zum Teil zutiefst verstört. Sie berichten von Kriegsgräueln, Vergewaltigungen und gezielten ethnischen Säuberungen. Auf die Frage, wer schon einmal Zeuge einer Hinrichtung gewesen sei, meldet sich fast jeder. Angaben der Vereinten Nationen zufolge wird eine Vielzahl von Kindern getötet, vergewaltigt oder als Kindersoldaten missbraucht, von März 2011 bis Dezember 2016 wurden 519 Kinder getötet, über 300 vergewaltigt.

Uganda am Ende der Belastbarkeit

Der Zustrom von Flüchtlingen aus dem Südsudan hat Uganda nach Einschätzung der Vereinten Nationen an die Belastungsgrenze gebracht. Uganda wolle seine Grenzen für Nachbarn in Not weiter offen halten, sagte Ministerpräsident Ruhakana Rugunda. "Aber wir brauchen dringend die Hilfe der internationalen Gemeinschaft." Derzeit fehle es an Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. Für die Hilfe für südsudanesische Flüchtlinge in Uganda würden in diesem Jahr mehr als 250 Millionen Dollar (232 Millionen Euro) benötigt, teilte das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) mit.