Bundesliga: Köln kann doch noch siegen - Wilde Schlussphasen in Stuttgart, Bremen und Augsburg

Köln bezwingt Wolfsburg mit 1:0 und fährt den ersten Saisondreier ein
Ein Bild mit Seltenheitswert: Die Kölner jubeln über einen Sieg. © dpa, Roland Weihrauch, rwe soe

Blitzstart-Spektakel und Nachspielzeit-Gewitter

An den Weihnachtsbäumen in der Domstadt funkelt doch noch ein Kügelchen Hoffnung: Pünktlich zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde durfte der 1. FC Köln seinen ersten Saisonsieg einfahren. Einen glücklichen Arbeitssieg beim VfB Stuttgart nahm der FC Bayern München mit und tankte vor dem Achtelfinalkracher im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund einen kleinen Tropfen Selbstvertrauen. Schalke rettete in Frankfurt in letzter Sekunde ein Remis.

1. FC Köln - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)

Bei den Startelf-Debüts der 19-jährigen FC-Youngster Birk Risa und Chris Führich passierte erst mal lange nichts. Lauffreudig präsentierten sich dann nur die Hausherren. Der flinke Lukas Klünter scheiterte per Doppelchance (34.) an VfL-Keeper Koen Casteels. Auch in der zweiten Halbzeit zeigte Wolfsburg, dass es nur auf dem Papier eine gute Mannschaft ist. Köln pumpte weiter, bis Christian Clemens das gesamte Umland erlöste: Aus kurzer Distanz staubte der Joker in der 67. Minute ab und bescherte dem Tabellen-Schlusslicht am letzten Hinrundenspieltag den ersten Saisonsieg.

Werder Bremen - FSV Mainz 05 2:2 (2:0)

Schon nach 75 Sekunden rappelte es im Mainzer Karton. Thomas Delaney klaute Danny Latza die Kugel, Philipp Bargfrede knallte sie aus 20 m in den Giebel. Levin Öztunali antwortete wütend mit einem Hammer an die Latte, spielbestimmend blieb aber Werder und erhöhte: Ishak Belfodil (17.) nickte mit seinem ersten Saisontor ein. Nach dem Pausentee zeigte Mainz sprichwörtlich ein anderes Gesicht. Der eingewechselte Emil Berggreen leitete weiter auf den ebenfalls eingewechselten Robin Quaison, der in der 70. Minute die Aufholjagd einleiten durfte. Fabian Frei traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum nicht unverdienten Remis.

Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 2:2 (1:0)

Am Tag des Blitzstarts hatte auch die Eintracht etwas zu bieten. Luka Jovic netzte nach etwas mehr als einer Minute zur Führung ein. Danach jedoch übernahm S04 das Zepter und setzte die SGE massiv unter Druck. Lukas Hradecky rettete die Führung der Frankfurter mit einer sensationellen Parade gegen Alessandro Schöpf in die Pause. Als Sebastien Haller nach erneuter Defensiv-Schlamperei von Benjamin Stambouli per Hacke nachlegte (66.), schien die Messe gelesen. Doch nach Breel Embolos Anschlusstreffer (82.) rettete Schalkes Schlussphasen-Experte Naldo dem Tabellenzweiten in der fünften Minute der Nachspielzeit den wichtigen Punkt.

FC Augsburg - SC Freiburg 3:3 (1:1)

Schon nach 54 Sekunden ging Augsburg in Führung: Den ersten Versuch von Alfred Finnbogason wehrte Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow zwar noch ab, doch den Abpraller verwandelte der isländische Stürmer. Freiburg schlug mit seiner ersten Chance durch Christian Günter (20.) eiskalt zurück und bestimmte fortan das Spiel. Nach der Pause ging dann der Lauf von Nils Petersen weiter: Erst nickte er aus einem Meter ein (48.), dann umkurvte er FCA-Schlussmann Marwin Hitz und schob ein (65.). Doch Finnbogason hatte noch zwei Pfeile im Köcher. Mit seinen Saisontoren 10 und 11 rettete er Augsburg nach Ablauf der regulären Spielzeit (90.+1 / 90.+3) spektakulär noch ein Unentschieden.

VfB Stuttgart - FC Bayern München 0:1 (0:0)

VfB Stuttgart - FC Bayern München Deutschland, Stuttgart, 16.12.2017 Fussball, Bundesliga, Saison 2017/2018, VfB Stuttgart - FC Bayern München: v.l. Sven Ulreich, Thomas Müller (beide FC Bayern München). *** VfB Stuttgart FC Bayern Munich Germany Stu
Die gefeierten Bayern des Tages: Sven Ulreich hielt den Sieg beim Elfmeter fest, Thomas Müller erzielte zuvor das Siegtor. © imago/Sportfoto Rudel, Pressefoto Rudel/Herbert Rudel, imago sportfotodienst

Der VfB hielt gegen den haushohen Favoriten lange dagegen. Mit hohem Pressing ließen die Schwaben den FCB kaum zu Möglichkeiten kommen. VfB-Torwart Ron-Robert Zieler parierte einmal glänzend gegen Corentin Tolisso. Nach der Pause das gleiche Bild, bevor der eingewechselte Thomas Müller wie aus dem Nichts zuschlug. Ein Zuspiel von Kingsley Coman verwandelte der Weltmeister ohne mit der Wimper zu zucken (79.). In der Schlussphase wurde es dann wild: Erst vergaben James Rodriguez und Robert Lewandowski beste Chancen, bevor Niklas Süle im Strafraum Santiago Ascacibar umtrat. Nach Videobeweis trat Chadrac Akolo an, doch Ex-VfB-Keeper Sven Ulreich (90.+5) hielt den Bayern-Sieg fest.