Bundesliga: Träge Bayern patzen trotz 2:0-Führung gegen Wolfsburg

Fußball: Bundesliga, Bayern München - VfL Wolfsburg, 6. Spieltag am 22.09.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Franck Ribery von Bayern München sitzt nach einer vergebenen Torchance auf dem Spielfeld. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkred
Franck Ribery liegt am Boden: Dem Franzosen gelang gegen Wolfsburg nicht viel. © dpa, Matthias Balk, mbk htf

Der FC Bayern hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga und eine gelungene Einstimmung auf den Champions-League-Kracher in Paris leichtfertig verschenkt. Träge und ideenlose Münchner verspielten beim 2:2 (2:0) gegen einen lange harmlosen VfL Wolfsburg einen schon sicher geglaubten Heimsieg.

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Ulreich-Patzer bringt 'Wölfe' zurück ins Spiel

22.09.2017, xjhx, Fussball 1.Bundesliga, FC Bayern Muenchen - VfL Wolfsburg, emspor, v.l. Robert Lewandowski (FC Bayern Muenchen), Arturo Vidal (FC Bayern Muenchen) Torjubel, Goal celebration, celebrate the goal zum 1:0 Muenchen
Da war die Bayern-Welt noch in Ordnung: Robert Lewandowski bejubelt seinen fragwürdiges Elfmeter-Tor. © imago/Jan Huebner, Jan Huebner, imago sportfotodienst

Ein schwerer Torwartfehler von Sven Ulreich beim Freistoß von Maximilan Arnold (56. Minute) und ein Kopfballtreffer von Joker Daniel Didavi (83.) ließen die Gäste einen überraschenden Punktgewinn bejubeln. Elfmeterschütze Robert Lewandowski (33.) und Arjen Robben (43.) hatten die Bayern vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena scheinbar klar in Führung geschossen. 

Fünf Tage vor Paris änderte Bayern-Coach Ancelotti sein Team auf fünf Positionen. Der beim 3:0 auf Schalke starke Neuzugang James Rodriguez nahm auf der Bank Platz. Für die Offensive waren Franck Ribery und Arjen Robben sowie Thomas Müller verantwortlich, der wieder zentral hinter Robert Lewandowski agierte.

Gleich zu Beginn entwickelte sich der erwartete Spielverlauf. Die Bayern-Stars kontrollierten das Geschehen mit viel Ballbesitz, die Gäste aus Niedersachsen formierten sich in der Defensive mit neun Mann vor dem eigenen Strafraum. Lücken ergaben sich für den Titelverteidiger zunächst kaum, weil zu wenig Bewegung und Ideen im Spiel waren. Ein Kopfball von Jerome Boateng und zwei Freistoßversuche von Lewandowski waren die magere Ausbeute in den ersten 30 Minuten.

Robben und Ribery vergeben die Entscheidung

Fußball: Bundesliga, Bayern München - VfL Wolfsburg, 6. Spieltag am 22.09.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Trainer Martin Schmidt von Wolfsburg (l) gratuliert Daniel Didavi von Wolfsburg nach Abpfiff zum Treffer zum 2:2. (Wichtiger Hinw
Daniel Didavi schreibt dem neuen VfL-Coach Martin Schmidt einen großen Anteil am überraschenden Punktgewinn zu. © dpa, Matthias Balk, mbk

Martin Schmidt verordnete Wolfsburg Defensive total,  Distanzschüsse von Arnold und Divok Origi waren die einzigen Offensivszenen. Als das Spiel ein wenig dahinplätscherte, spielte Müller den Ball steil in den Strafraum zu Lewandowski. Der drehte sich nach einer eher schlechten Annahme clever in Marcel Tisserand und fiel nach einem leichten Zupfer theatralisch zu Boden. Schiedsrichter Christian Dingert zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt - und trotz Protesten der Gäste griff der Video-Assistent nicht ein.

Lewandowski verwandelte den fragwürdigen Strafstoß sicher - drei der sieben Saisontore erzielte der Pole bereits vom Punkt. Das zweite Tor zehn Minuten später passte irgendwie zu der Elfmeter-Situation. Als Robben einmal zu viel Raum gelassen wurde, zog der Holländer aus 20 Metern ab. Der Schuss wurde von Rafinha unhaltbar für VfL-Keeper Koen Casteels abgefälscht. So führte der Rekordmeister zur Pause sicher, ohne geglänzt zu haben.

Ulreich machte es dann nach dem Wechsel mit seinem Patzer spannend. Die Bayern zogen dann wieder etwas an - aber Robben nutzte die Riesenchance zum 3:1 wenig später nicht (58.). "Nach dem 2:1 wollten wir zwar unbedingt, haben das aber nicht koordiniert bekommen und waren dafür taktisch nicht richtig aufgestellt. Wir haben zwei-, dreimal das 3:1 verpasst. Hinten haben wir eigentlich auch nicht viel zugelassen, aber trotzdem zwei Tore  bekommen. Damit müssen wir jetzt leben", sagte Mats Hummels bei Eurosport.

Trotz der leichten Münchner Dominanz wurde Wolfsburg mutiger, so über den agilen Yunus Malli. Aber es fehlte die echte Torchance. Beste Möglichkeiten hatten die Bayern durch Robben (76.) und Ribery (78.), die sie aber nicht nutzen. Das bestrafte der eingewechselte Didavi. Dieser lobte anschließend den neuen VfL-Coach Schmidt. "Er hat nicht viel Zeit gehabt, wir haben zusammen nur zwei Einheiten gehabt, aber er hat versucht, uns wieder Leben einzuhauchen, und hat das auch geschafft", sagte Didavi.