Bundestagswahl 2017: Warum wurde die AfD in Sachsen so oft gewählt?

Warum die AfD in Sachsen so erfolgreich war
Warum die AfD in Sachsen so erfolgreich war "Die sagen, was Sache ist in Deutschland" 00:02:51
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Alternative für Deutschland schafft es in Sachsen noch vor die CDU

Für die AfD war die Bundestagswahl ein Erfolg auf ganzer Linie. Besonders in Sachsen haben die Rechtspopulisten viele Wähler mobilisiert. Mit 27 Prozent ist die AfD in dem Bundesland die Partei mit den meisten Stimmen, noch vor der CDU. Besonders Männer machten ihr Kreuz bei der AfD. Warum ist das so?

Warum haben die Menschen die AfD gewählt?

Viele haben die Partei nicht aus Überzeugung gewählt, sondern weil sie den anderen Parteien einen Denkzettel verpassen wollten. "Das Ergebnis zeigt aus unserer Sicht, dass die sogenannten Volksparteien das Volk nicht mehr verstehen", meint der AfD-Landesvize Thomas Hartung.

Sehen das die Menschen vor Ort genauso? RTL-Reporter Stephan Framke ist nach Krauschwitz gefahren, wo die AfD sogar 37,1 Prozent der Stimmen geholt hat. Dort hat er die Menschen gefragt, warum sie ihr Kreuz bei den Rechtspopulisten gemacht haben. Die Antworten sehen Sie im Video.

Ohne Job, ohne Perspektive, ohne Frau

Für Wissenschaftler ist die Sache klar. In den neuen Bundesländern ist eine Art Unterschicht entstanden. Besonders diejenigen, die zu DDR-Zeiten noch Vollbeschäftigung erlebt haben und nun ohne Job dastehen, seien frustriert, erklärte Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Sie seien die Verlierer des Wandels, meint er.

Hinzu kommt auch noch, dass nach 1990 viele junge Frauen aus den neuen Bundesländern abgewandert sind. Das Frauendefizit in manchen Regionen ist europaweit beispiellos, wie eine Studie 2007 zeigte. Selbst am Polarkreis leben anteilig mehr Frauen als in Ostdeutschland. Ohne Job, ohne Perspektive und ohne Frau – das sei keine gute Mischung, erklärte Klingholz.