Cyntoia Brown: US-Promis fordern Freilassung der Mörderin

Cyntoia Brown erschoss als 16-Jährige einen Mann.
US-Promis wie Rihanna und Kim Kardashian setzen sich mit der Kampagne #freecyntoiabrown für die Mörderin Cyntoia Brown ein. © Twitter

Kim Kardashian und Rihanna setzen sich für Cyntoia Brown ein

Der Fall hat in den USA hohe Wellen geschlagen: Eine 16-Jährige erschießt nach eigenen Angaben ihren Peiniger aus Notwehr und wird dafür als Mörderin zu lebenslanger Haft verurteilt. Jetzt gibt es eine neue Kampagne zur Freilassung von Cyntoia Brown. Sie wird unterstützt von zahlreichen US-Promis wie Kim Kardashian und Rihanna.

#freecyntoiabrown entfacht Debatte über Verurteilung junger Straftäter

Cyntoia Brown hatte als 16-Jährige im August 2004 einen Mann erschossen. Sie sagte aus, sie habe aus Angst gehandelt und gedacht, der 43-Jährige wolle ihr etwas antun. Das Gericht verurteilte den Teenager anschließend allerdings nach Erwachsenen-Strafrecht zu lebenslanger Haft. Zwischenzeitlich entschied der Oberste Gerichtshof in Washington: Lebenslange Freiheitsstrafen für Minderjährige müssen überprüft werden. Im Fall Cyntoia Brown wäre eine Prüfung aber erst nach 51 Jahren möglich. Das empfinden viele Kritiker als zu lang und setzen sich mit der Internet-Kampagne #freecyntoiabrown ("Freiheit für Cyntoia Brown") für die junge Frau ein.

Traurige Geschichte einer verlorenen Kindheit

Die Geschichte von Cyntoia Brown ist auch die Geschichte eines traurigen Schicksals mitten in Amerika: Die Mutter nimmt Drogen während der Schwangerschaft, Cyntoia trägt dadurch einen Hirnschaden davon. Als Kind wird sie sexuell missbraucht, läuft weg und fällt einem Zuhälter in die Hände, der sie zur Prostitution zwingt und an Erwachsene verkauft. Ein Freier nimmt die 16-Jährige dann für 150 Dollar mit nach Hause. Dort gerät Cyntoia Brown in Panik, hat Angst, dass er ihr etwas antut und erschießt ihn. Weil sie anschließend seine Wertsachen mitnimmt, glaubt das Gericht nicht an Notwehr, sondern an einen Raubüberfall. Cyntoias Kindheitstrauma spielt beim Urteil keine Rolle. Erst als ein Dokumentarfilm 2011 die Geschichte des Teenagers erzählt, wird der Fall in der Öffentlichkeit wieder massiv diskutiert.

Superstar Rihanna stellt sich angesichts des Falls Cyntoia Brown die Frage, ob in den USA das Wort "Gerechtigkeit" richtig definiert wird:


Kim Kardashian glaubt, dass das System versagt hat:


"Rückwärtsgewandt" findet Cara Delevigne das amerikanische Justizsystem:

The justice system is so backwards!!! This is completely insane #freecyntoiabrown

Ein Beitrag geteilt von Cara Delevingne (@caradelevingne) am

Kommt die Mörderin Cyntoia Brown bald frei?

"Das System hat versagt. Es bricht einem das Herz, wenn man sieht, dass ein Mädchen sexuelle Ausbeutung erlebt – und dann, wenn sie den Mut hat, sich zu wehren, eine lebenslängliche Strafe erhält", erzürnt sich etwa Kim Kardashian auf Twitter. Model Cara Delevingne meint: "Das Justizsystem ist so rückwärtsgewandt! Das Ganze ist völlig verrückt."

Promi-Anwälte sollen jetzt versuchen, den Fall Cyntoia Brown neu aufzurollen, damit sie auf Bewährung entlassen werden kann. Normalerweise wäre dies erst möglich, wenn Cyntoia 69 Jahre alt ist.