Das steckt hinter den FSK-Kennzeichen

Altersfreigaben für Filme
Altersfreigaben für Filme Das steckt hinter den FSK-Kennzeichen 00:02:12
00:00 | 00:02:12

Was bedeuten die FSK-Alterseinstufungen und wie werden sie vorgenommen?

Das Popcorn steht bereit, die Kinder sind gespannt wie ein Flitzebogen - Kino-Nachmittag mit Mama und Papa. Eine halbe Stunde später versinken die Kleinen vor Angst im Kinosessel, dabei ist der Film laut FSK-Alterseinstufung eigentlich ab 0 Jahren freigegeben. Wie kann das sein? Wir haben uns mal angeschaut, nach welchen Kriterien die Einstufungen vorgenommen werden und was sie genau bedeuten.

Es gibt fünf verschiedene Kennzeichen

Nach Paragraph 14 des Jugendschutzgesetzes müssen Filme und andere Medien für bestimmte Altersstufen freigegeben werden, weil sie die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinflussen könnten. Diese Freigaben erteilt eine Experten-Kommission namens 'Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft' (FSK). "Mit der Altersfreigabe ist keine pädagogische Empfehlung oder ästhetische Bewertung verbunden", heißt es auf der FSK-Webseite. Es gibt fünf verschiedene und farblich unterschiedliche FSK-Kennzeichen, die nach der Prüfung durch die Kommission für uns Kunden gut sichtbar auf der Verpackung der Filme und Medien angebracht werden. 

Das sind die Kriterien für die FSK-Kennzeichen (Quelle: FSK)

FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Kleinkinder erleben filmische Darstellungen unmittelbar und spontan. Weil sie kaum strukturierende Fähigkeiten haben, wirken schon dunkle Szenen, schnelle Schnittfolgen oder eine laute Geräusche bedrohlich. Kinder bis zum Alter von sechs Jahren identifizieren sich vollständig mit der Spielhandlung und den Filmfiguren. Gewaltaktionen, aber auch Verfolgungen oder Beziehungskonflikte lösen Ängste aus, die nicht selbständig und alleine abgebaut werden können. Eine schnelle und positive Auflösung problematischer Situationen ist deshalb sehr wichtig.

FSK ab 6 freigegeben
Ab sechs Jahren entwickeln Kinder zunehmend die Fähigkeit zur Verarbeitung von Sinneseindrücken. Allerdings sind bei den sechs- bis elfjährigen große Unterschiede in der Entwicklung zu berücksichtigen. Etwa mit dem neunten Lebensjahr beginnen Kinder, fiktionale und reale Geschichten zu unterscheiden. Eine distanzierende Wahrnehmung wird damit möglich. (…) Ein sechsjähriges Kind taucht noch ganz in die Filmhandlung ein, leidet und fürchtet mit den Identifikationsfiguren. Spannungs- und Bedrohungsmomente können zwar schon verkraftet werden, dürfen aber weder zu lang anhalten noch zu nachhaltig wirken. Eine positive Auflösung von Konfliktsituationen ist auch hier maßgebend.

FSK ab 12 freigegeben
Bei Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe ist die Fähigkeit zu distanzierter Wahrnehmung und rationaler Verarbeitung bereits ausgebildet. Erste Genre-Kenntnisse sind vorhanden. Eine höhere Erregungsintensität, wie sie in Thrillern oder Science-Fiction-Filmen üblich ist, wird verkraftet. Problematisch ist dagegen zum Beispiel die Bilderflut harter, gewaltbezogener Action-Filme, die zumeist noch nicht selbständig verarbeitet werden kann. 12- bis 15-jährige befinden sich in der Pubertät, einer Phase der Selbstfindung, die mit großer Unsicherheit und Verletzbarkeit verbunden ist. Insbesondere Filme, die zur Identifikation mit einem "Helden" einladen, dessen Rollenmuster durch antisoziales, destruktives oder gewalttätiges Verhalten geprägt ist, bieten ein Gefährdungspotenzial. Die Auseinandersetzung mit Filmen, die gesellschaftliche Themen seriös problematisieren, ist dieser Altersgruppe durchaus zumutbar.

Haben Filme die Kennzeichnung "FSK ab 12 freigegeben" erhalten, kann auch Kindern im Alter von sechs Jahren aufwärts der Einlass zur Vorstellung gewährt werden, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden.

FSK ab 16 freigegeben
Bei 16- bis 18-jährigen kann von einer entwickelten Medienkompetenz ausgegangen werden. Problematisch bleibt die Vermittlung sozial schädigender Botschaften. Nicht freigegeben werden Filme, die Gewalt tendenziell verherrlichen, einem partnerschaftlichen Rollenverhältnis der Geschlechter entgegenstehen, einzelne Gruppen diskriminieren oder Sexualität auf ein reines Instrumentarium der Triebbefriedigung reduzieren. Auch die Werteorientierung in Bereichen wie Drogenkonsum, politischer Radikalismus oder Ausländerfeindlichkeit wird mit besonderer Sensibilität geprüft.

FSK ab 18/Keine Jugendfreigabe
Dieses Kennzeichen wird vergeben, wenn keine einfache oder schwere Jugendgefährdung vorliegt. (…) Für DVDs und Bluray Discs erfolgt die Vergabe des Kennzeichnens "FSK ab 18", wenn keine einfache Jugendgefährdung vorliegt - für die öffentliche Filmvorführung, wenn der Film nicht schwer jugendgefährdend ist.