Donald Trump verteidigt Attacken gegen NFL: "Hat nichts mit Rassen zu tun"

Sportler protestieren gegen Trump
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Donald Trump: "Es hat mit Respekt für unser Land zu tun"

Donald Trump versucht seine Entgleisungen gegen Spieler, Vereine und Teambesitzer der NFL zu relativieren. Seine Attacken hätten "nichts mit Rassen zu tun". Doch der Protest gegen den US-Präsidenten breitet sich immer mehr aus.

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US-Präsident: Nehmt den Hurensohn vom Feld. Er ist gefeuert!

U.S. President Donald Trump speaks with reporters before boarding Air Force One in Morristown, New Jersey, U.S. September 24, 2017. REUTERS/Aaron P. Bernstein
Donald Trump bekommt immer mehr Gegenwind aus dem Sport. © REUTERS, AARON P. BERNSTEIN, ab/ems

US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe gegen die National Football League (NFL) und Topspieler verteidigt, die sich weigern, während des Anstimmens der Nationalhymne zu stehen. Das zu tun, sei "sehr sehr respektlos gegenüber unserer Flagge und unserem Land", sagte Donald Trump. "Ganz gewiss glaube ich, dass die Teambesitzer etwas dagegen tun sollten."

Donald Trump wies zugleich Vorwürfe zurück, dass er mit seiner Kritik "Rassenspannungen" angeheizt habe. "Das hier hat nichts mit Rassen oder irgendetwas anderem zu tun", sagte der Republikaner. "Das hat etwas mit Respekt für unser Land zu tun und mit Respekt für unsere Fahne."

Der US-Präsident hatte zuvor gegen Rassismus protestierende Sportler gewütet und die Teambesitzer aufgefordert, diese zu entlassen: "Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass ein NFL-Teambesitzer sagen würde, 'Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert', wenn jemand die Flagge nicht respektiert?'"

Michael Jordan: Zusammenarbeiten statt spalten

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Michael "Air" Jordan: Wer sich friedlich ausdrücke, dürfe nicht geächtet werden. © imago/IPA Photo, imago sportfotodienst

Viele NFL-Spieler und ganze Teams protestierten gegen die Äußerungen von Donald Trump. Basketball-Legende Michael Jordan stellte sich gegen den US-Präsidenten. "Eines der Grundrechte, auf die sich dieses Land stützt, ist die Redefreiheit. Und wir haben eine lange Tradition des gewaltlosen, friedlichen Protests", sagte Jordan der Tageszeitung 'Charlotte Observer'.

"Wer das Recht nutzt, sich friedlich auszudrücken, darf nicht dämonisiert oder geächtet werden", sagte Michael Jordan: "In einer Zeit, in der Spaltung und Hass zunehmen, sollten wir nach Wegen suchen, zusammenzuarbeiten und uns gegenseitig zu unterstützen statt uns noch mehr zu spalten."

Pharrell Williams und Stevie Wonder protestieren gegen Donald Trump

ARCHIV - Der Musiker und Sänger Pharrell Williams, am 23.10.2013 in Beverly Hills, Kalifornien (USA). (zu dpa "Hymnenstreit: Pharrell Williams kniet bei Gig in Charlottesville" vom 25.09.2017) Foto: Paul Buck/EPA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Pharrell Williams zeigt sich solidarisch mit den Protestierenden. © dpa, Paul Buck, bsc tba vfd skm pil kde fpt

Auch die Musiker Pharrell Williams und Stevie Wonder zeigten sich solidarisch mit Spielern der US-Footballliga NFL. "Wenn ich mich jetzt für die Menschen in meiner Heimatstadt oder meinem Staat hinknien möchte, mache ich das. Dafür steht diese Flagge", sagte Williams, während er auf der Bühne kniete.

Einen Tag zuvor hatte bereits Soullegende Stevie Wonder bei einem Konzert in New York mit einer ähnlichen Geste "für unseren Planeten, unsere Zukunft, unsere Oberhäupter und unseren Globus" gebetet.

Nach der Absage der Golden State Warriors nahmen die Eishockey-Spieler des Stanley-Cup-Champions Pittsburgh Penguins die Einladung ins Weiße Haus an. "Die Pittsburgh Penguins respektieren das Amt des Präsidenten und die lange Tradition, dass Meisterteams ins Weiße Haus kommen", teilte der Klub mit. "Jede Zustimmung oder Ablehnung in Zusammenhang mit der Politik des Präsidenten kann auf anderem Weg gezeigt werden."