Egyptair-Absturz: Ägyptisches Militär findet Wrackteile von MS804

Suchteams finden Trümmer und persönliche Gegenstände der Passagiere

Das ägyptische Militär hat nach eigenen Angaben Teile der vermissten Egyptair-Maschine gefunden. Rund 290 Kilometer vor der Küstenstadt Alexandria wurden Trümmer und persönliche Gegenstände von Passagieren gesichtet, schrieb ein Militärsprecher auf Facebook. Es sollen Stücke von Koffern und zwei Flugzeugsitze aufgetaucht sein. Auch von Leichenteilen war die Rede. Die Weltraumorganisation ESA berichtete, dass an der Absturzstelle ein Ölteppich zu sehen sei.

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Einen Tag nach dem Absturz eines Egyptair-Flugzeuges mit 66 Menschen an Bord über dem Mittelmeer geht die Suche nach dem Wrack und den beiden Flugschreibern weiter. Die ägyptische Fluggesellschaft hatte fälschlicherweise bereits gestern vermeldet, dass erste Trümmerteile oder sogar das Wrack selbst gefunden worden seien.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Explosion an Bord des Flugzeuges. Es sei aber noch zu früh, um eine Ursache für den Absturz auszuschließen. Damit bleibt weiter völlig unklar, worauf die Tragödie zurückzuführen ist. Der Airbus A320 war auf dem Flug von Paris nach Kairo, als er eine gute halbe Stunde vor der geplanten Ankunft vom Radar verschwand. Bislang gibt es keine Hinweise auf überlebende Insassen. An Bord der Maschine waren vorwiegend Ägypter und Franzosen, aber keine Deutschen.

Ägypten und Frankreich wollen jetzt gemeinsam die Umstände untersuchen, die zu dem Absturz geführt haben. Ägyptens Regierung hielt einen Terroranschlag für plausibler als ein Unglück. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler, sagte Luftfahrtminister Scherif Fath. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von der Möglichkeit eines Unfalls oder eines terroristischen Hintergrunds - keine Schlussfolgerung sei auszuschließen.

Widersprüchliche Angaben über Absturzort

Der Airbus war am Donnerstagmorgen gegen 2.30 Uhr in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten und sackte auf rund 15.000 Fuß ab. Danach verschwand das Flugzeug vom Radar, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Zum mutmaßlichen Absturzort gibt es widersprüchliche Angaben. Aus dem griechischen Verteidigungsministerium hieß es, das abgesuchte Gebiet liege rund 200 Seemeilen (370 Kilometer) südöstlich der Insel Karpathos, also rund 70 Seemeilen vor der ägyptischen Küste. Zuvor hatte die ägyptische Seite fälschlicherweise mitgeteilt, dass Wrackteile des Airbus A320 bei Karpathos gefunden worden seien.

Die ägyptischen Behörden sprachen von Wracktrümmern, Schwimmwesten und Plastikteilen, die entdeckt worden seien. Griechenland, das bei der Suche half, dementierte umgehend. Später korrigierte der Vizepräsident von Egyptair, Ahmed Adel, die eigenen Angaben. "Was wir gefunden haben, gehört nicht zu unserem Flugzeug", sagte Adel dem US-Fernsehsender CNN. "Die Such- und Rettungsarbeiten gehen weiter."