Einigkeit im UN-Sicherheitsrat: Resolution fordert Entsendung von Beobachtern

epa05682207 Buses carrying a group of fighters and their families leave eastern neighborhoods of Aleppo, Syria, 19 December 2016. Reports state at least 4,500 people have left government-besieged areas in the northern Syrian city of Aleppo since the
Busse verlassen Aleppo © dpa, Str, sk moa

"Sie frieren so sehr, dass sie es nicht mehr ertragen können"

Der UN-Sicherheitsrat hat per Resolution die Entsendung von Beobachtern in die syrische Stadt Aleppo gefordert. Alle 15 Mitgliedsstaaten stimmten in New York für eine entsprechende Vorlage. Die Lage ist trotz der fortlaufenden Evakuierung der Stadt weiter dramatisch.

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Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) haben rund 15.000 Menschen die letzten Rebellengebiete der nordsyrischen Stadt verlassen. Allein seit der Wiederaufnahme der Transporte am Sonntagabend seien rund 5.000 Menschen in das Umland südwestlich von Aleppo gebracht worden, teilte IKRK-Sprecherin Ingy Sedky.

Abertausende warteten in Ost-Aleppo noch auf ihren Transport, erklärte sie weiter. Es sei schwierig zu sagen, wie lange die Evakuierung noch dauern werde. Die Evakuierung der Rebellengebiete Aleppos hatte am vergangenen Donnerstag begonnen, wurde dann aber am Freitag für mehrere Tage unterbrochen.

Hilfsorganisationen berichteten, die Menschen litten extrem unter den frostigen Wintertemperaturen. "Viele haben nur noch ihre Kleider am Leib", sagte Nada Hasem von der syrisch-amerikanischen Karam Foundation. "Die Menschen haben Hunger. Und sie frieren so sehr, dass sie es nicht mehr ertragen können." Der Journalist Suheir al-Schimale berichtete in einem Beitrag für die Nachrichtenseite Middle East Eye, er habe die vergangenen 24 Stunden auf der Straße gestanden. "Es gab nichts zu essen für die Menschen, die auf der Straße warteten. Es war sehr, sehr kalt." Die Evakuierung laufe sehr langsam, sagte er weiter.

Unicef teilte mit, dass 47 Kinder aus einem Waisenhaus in Ost-Aleppo in Sicherheit gebracht worden sind. Einige von ihnen seien verletzt und dehydriert, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen mit. Die Evakuierung sei ein Hoffnungsschimmer für zahlreiche andere Kinder in Syrien, sagte der zuständige Unicef-Regionaldirektor Geert Cappelaere. Viele von ihnen seien von ihren Familien getrennt und bräuchten sofortigen Schutz.