Epidermolysis bullosa : Schmetterlingskind gerettet - Ärzten gelingt Hauttransplantation am (fast) ganzen Körper

So konnten Forscher dem Schmetterlingskind helfen
So konnten Forscher dem Schmetterlingskind helfen Erfolg bei Behandlung der Schmetterlingskrankheit 00:01:42
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Schmetterlingskind Hassan: Endlich ist seine Haut wieder stabil

Fußballspielen war dem siebenjährigen Hassan nicht möglich: er leidet seit seiner Geburt unter Epidermolysis Bullosa, auch die Schmetterlingskrankheit genannt. Nun konnten Forscher dem kleinen Jungen helfen – mit einer neuartigen Therapie: Italienische Mediziner züchteten seine Haut und konnten sie dem Jungen erfolgreich transplantieren.

Wie genau die Ärzte das hinbekommen haben und wie es dem Jungen nun geht, erfahren Sie im Video.

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Was bedeutet eigentlich Schmetterlingskrankheit?

Menschen, die an der Schmetterlingskrankheit leiden, haben eine Haut, die so dünn ist wie der Flügel eines Schmetterlings. Der offizielle Name klingt aber der Schwere der Krankheit entsprechender: Epidermolysis bullosa.

Bei der Erbkrankheit ist es so, dass die unterschiedlichen Schichten der Haut nicht ausreichend ausgebildet sind und nicht miteinander verbunden sind. Dafür ist ein Protein verantwortlich, doch das ist durch einen Gendefekt nicht intakt.

Schon kleine Stöße führen zu schweren Wunden

Hassan von Schmetterlingskrankhei geheilt
Der siebenjährige Hassan kann endlich Fußballspielen - wie gesunde Kinder. © picture alliance

Die Schmetterlingskrankheit wirkt sich so aus, dass schon kleine Stöße oder Kratzer zu Blasen, Wunden, Infektionen oder Vernarbungen werden und sich die Haut dort ablöst. Je nach Schwere der Krankheit können innere Organe beeinträchtigt werden oder sich gar Tumore entwickeln. Dann wird die Erkrankung sogar lebensgefährlich. Eine Behandlung konnte bisher zwar durch regelmäßige Wundheilung erfolgen, heilbar ist die Krankheit jedoch nicht – bis jetzt. Denn die Methode, mit der auch Hassan geheilt wurde, hat Zukunft.

Neue Hoffnung für Erkrankte

Die Behandlungsmethode der Bochumer Klinik in Zusammenarbeit mit österreichischen und italienischen Forschern gibt Hoffnung: Zwar funktioniert die Methode nicht bei jedem Patienten, dennoch ist sie für Einzelfälle ein Erfolg. Allerdings kann in gewissen Fällen die im Labor gezüchtete Hauttransplantation zu einem Wachstum von Tumoren führen.