Epilepsie: Ursachen, Symptome, Heilungschancen

"Es ist wie ein Hitzegewitter im Kopf"
"Es ist wie ein Hitzegewitter im Kopf" Die 18-jährige Arnika hat Epilepsie 00:04:58
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Was sie über die Ursachen, Symptome und Heilungschancen von Epilepsie wissen sollten, erfahren Sie hier.

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Leben mit Epilepsie: Hilft eine Therapie?

Was ist Epilepsie?
Mit Epilepsie wird keine eigene Krankheit, sondern die Folge einer Vielzahl von Hirnerkrankungen beschrieben. Spezifisches Merkmal der Erkrankung sind eine erhöhte Neigung zu epileptischen Anfällen, die sich in ihrer Dauer und Intensität deutlich unterscheiden können. Von nahezu unbemerkten bis hin zu stundenlangen Anfällen, die sich als Muskelzucken oder gar in Form von Bewusstseinsverlusten mit heftigen Krampfanfällen äußern können.

Welche Ursache haben Epilepsien?
Häufig sind Epilepsien auf konkrete Ursachen zurückzuführen. Missbildungen im Gehirn, genetische Veränderungen, Hirnverletzungen oder gar Tumore können Epilepsien auslösen. Auch Schlaganfälle oder Hirnhautentzündungen können der Grund für Epilepsien sein. Allerdings bedeutet ein Krampfanfall nicht direkt eine Epilepsie-Erkrankung! Vielmehr können akuter Schlafmangel, Stoffwechselstörungen oder Alkoholentzug ebenfalls zu Krampfanfällen führen. Derartige Gelegenheitsanfälle bedeuten jedoch keine Epilepsie.

Welche Arten von Epilepsie gibt es?
​Grundsätzlich werden drei Anfallsformen von Epilepsien unterschieden: Die sogenannten fokalen Anfälle, sekundär-generalisierte Anfälle und generalisierte Anfälle. Fokale Anfälle beginnen an einer konkreten Stelle im Gehirn und verlaufen bei vollem Bewusstsein des Betroffenen ab. Typische Merkmale sind Bewegungsausfälligkeiten, Geruchs- und Geschmacksstörungen, Halluzinationen und Sprachausfälle. Sekundär-generalisierte Anfälle beginnen wie die fokale Form, breiten sich dann allerdings auf das ganze Gehirn aus. Zur dritten Gruppe der Anfallsformen gehören generalisierte Anfälle, die sich oft in Form von Bewusstseinspausen (Absencen) zeigen, in denen die Betroffenen für mehrere Sekunden geistig abwesend sind und sich später an diesen Aussetzer nicht mehr erinnern können.

Ist Epilepsie heilbar?

Wann muss ich zum Arzt? Wie wird Epilepsie diagnostiziert?
Haben Sie bereits einen epileptischen Anfall erlitten, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen und sich gründlich untersuchen lassen. In einem ersten Schritt sollten Sie also Ihren Hausarzt aufsuchen, der Sie dann gegebenenfalls zu einem Spezialisten überweist. Um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall handelt oder nicht, sollten Sie präzise Aussagen zu Ihrer Krankengeschichte und den Symptomen machen können.

Deuten die ersten Anzeichen auf einen epileptischen Anfall hin, wird Ihr Arzt eine Elektroenzephalografie (EEG) mit Ihnen durchführen. Elektroden messen dann Ihre Hirnaktivitäten, die später vom Spezialisten ausgewertet werden. In vielen Fällen wird zudem getestet, wie Ihr Gehirn auf bestimmte Reize (Licht, Hyperventilieren etc.) reagiert. Um andere Krankheiten auszuschließen oder weiter einzugrenzen erfolgen häufig auch Blutuntersuchungen, EKG-Tests und/ oder MRTs.

Welche Heilungschancen gibt es bei Epilepsie?
Die Entscheidung für oder gegen eine Epilepsie-Therapie erfolgt immer individuell und in Absprache mit Ihrem Arzt. Einige Tipps können Sie aber dennoch auch im Alltag für sich nutzen: Versuchen Sie, täglich genügend Schlaf zu bekommen. Stichwort Alkohol. Machen Sie sich bewusst, dass es sich um ein Genussmittel handelt, dass sie bestenfalls nur selten und nur in Maßen zu sich nehmen. Sollten Sie zudem psychische Probleme aufgrund Ihrer Erkrankung haben, lassen Sie sich professionell beraten. So lernen Sie besser mit dem Alltag und Problemen zurechtzukommen.

Vollständig geheilt werden kann eine Epilepsie mithilfe von Medikamenten nicht, sie können jedoch dazu beitragen, die Häufigkeit von epileptischen Anfällen zu minimieren. Aufgrund häufig auftretender Nebenwirkungen sollten Sie jedoch genau mit Ihrem Arzt absprechen, welche Allergien, sonstigen Krankheitsbilder oder Unverträglichkeiten Sie haben. Zudem werden immer häufiger auch spezielle Diäten (darunter auch die Ketogene Diät, die eine kohlenhydratarme und dafür fettreiche Ernährung vorsieht), Stimulationsverfahren und Operationen in Erwägung gezogen, um eine Heilung der Epilepsie voranzutreiben. Aber auch diese Therapiemöglichkeiten müssen mit einem Arzt abgesprochen und vor allem mit Ihrem Krankheitsbild in Einklang gebracht werden.

Ein epileptischer Anfall geschieht - was soll ich tun?
Grundsätzlich sollten Sie zunächst Ruhe bewahren und den Betroffenen nicht festhalten oder einengen. Das würde den Krampf nicht lösen, sondern ihn nur noch verschlimmern. Sie können den Anfall jedoch abschwächen, indem Sie gefährliche Gegenstände aus dem Umkreis des Betroffenen entfernen und Treppen absichern, damit er/sie nicht stürzt. Im nächsten Schritt sollten Sie unbedingt einen Notarzt rufen - vor allem dann, wenn ein Anfall mehr als fünf Minuten andauert oder auf einen Anfall weitere folgen. Lassen Sie den Betroffenen nicht allein, sondern bleiben Sie solange in seiner Nähe, bis der Betroffene wieder klar und orientiert ist.