"Erschütternde Bilder": Hunderttausende Rohingya fliehen vor Selbstjustiz-Mobs aus Myanmar

Hunderttausende Rohingya: größtes Flüchtlingslager der Welt
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420.000 Rohingya-Flüchtlinge in einem Monat

Die muslimische Minderheit der Rohingya flüchtet aus Myanmars Provinz Rakhine. Dort werden sie von Selbstjustiz-Mobs und Myanmars Armee regelrecht in die Flucht geschlagen. Die Armee spricht von einer "Räumungsoperation", an der Grenze zu Bangladesch entstehen gigantische Flüchtlingslager. RTL-Reporterin Christina Grawe hat sich dort umgesehen: Die dramatischen Bilder sehen Sie im Video.

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"Die Flüchtlinge sind komplett auf humanitäre Hilfe angewiesen"

Seit dem 25. August flohen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 420.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Rakhine in das überwiegend muslimische Nachbarland Bangladesch. Bereits vor der aktuellen Massenflucht lebten dort rund 400.000 Mitglieder der staatenlosen Minderheit.

Die zwei dort bereits vorhandenen Lager seien zusammengewachsen und bildeten mit knapp 500.000 Bewohnern nun eines der größten Flüchtlingslager der Welt, teilte 'Ärzte ohne Grenzen' mit. Es gebe für die Menschen nicht genug Unterkünfte, Nahrung, sauberes Wasser und Latrinen. "Die Flüchtlinge sind komplett auf humanitäre Hilfe angewiesen, doch wegen fehlender Straßen sind die bedürftigsten Menschen kaum zu erreichen." Einige Menschen stünden kurz vor dem Tod durch Dehydrierung, hieß es. Es bestehe ein sehr hohes Risiko für den Ausbruch von Infektionskrankheiten.

Gewalt auch gegen Hilfsorganisationen

dpatopbilder - Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya greifen am 20.09.2017 im Balukhali Flüchtlingslager (Bangladesch) nach Packungen mit Keksen. Seit dem 25.08.2017 flüchteten mehr als 420.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der
Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. © dpa, Dar Yasin, DY joh nic

Ein wütender Mob hat in Myanmars Unruheregion Rakhine eine Hilfslieferung des Roten Kreuzes mit Gewalt zu verhindern versucht. Aus einer Gruppe mehrerer Hundert Randalierer heraus seien Steine und Molotow-Cocktails geworfen und einige Polizisten verletzt worden, teilte die Regierung mit. Die Beamten hätten ein Boot der Organisation mit Hilfsgütern für Binnenvertriebene beschützt. Auch in Bangladesch benötigten Rohingya-Flüchtlinge dringend Hilfe, mahnte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Diese seien in "akuter Not".