EU-Parlament bestätigt: Döner darf weiter Phosphate enthalten

Döner mit Phosphat oder ohne? Mit hat das Europaparlament beschlossen
Der Döner bleibt wie er ist, hat das Europaparlament beschlossen. © dpa, Söhnke Callsen, bl

Drei Stimmen fehlten für ein Verbot von Phosphatzusätzen im Döner

Der Döner darf auch weiterhin Phosphate enthalten. Im Europaparlament scheiterte der Versuch, die Erlaubnis für Phosphat im Döner durch die EU-Kommission zu stoppen. Mit 373 Stimmen für den Einspruch gegen die Verordnung der Kommission wurde die nötige absolute Mehrheit von 376 Stimmen knapp verfehlt. Dies bedeutet, dass gefrorene Döner-Fleischspieße auch weiterhin mit Phosphaten haltbar gemacht werden dürfen.

Keine Studie der EU-Lebensmittelbehörde zu den Gefahren von Phosphaten

Abgeordnete hatten argumentiert, die Phosphat-Genehmigung der Kommission solle ausgesetzt werden. Man müsse abwarten, ob eine Studie der EU-Lebensmittelbehörde EFSA auf Gesundheitsgefahren hindeute.

Der Zusatz von Phosphaten in verarbeitetem Fleisch ist dem Europaparlament zufolge in der EU derzeit nicht grundsätzlich erlaubt. Aufgrund bestehender Regulierungslücken und Ausnahmen werden sie allerdings genutzt, um das Austrocknen von Fleisch zu verhindern und den Geschmack länger zu erhalten. Der Umweltausschuss des Parlaments verwies allerdings darauf, dass es einigen Studien zufolge Gesundheitsbedenken beim Einsatz von Phosphaten in Nahrungsmitteln gebe.

"Niemand muss auf seinen Döner oder Gyros verzichten"

Die Kommission hatte vorgeschlagen, den Zusatz von Phosphaten in gefrorenen Dönerspießen zu erlauben. In frischen Spießen werden Phosphate ohnehin nicht verwendet. Gegen diesen Vorschlag äußerte der Umweltausschuss des EU-Parlaments Bedenken: Man solle eine Ende 2018 erwartete Studie der EU-Lebensmittelaufsicht 'EFSA' abwarten. Das Parlament hätte diesen Vorschlag der Kommission aber nur mit einer absoluten Mehrheit stoppen können, also mit mindestens 376 Stimmen.

Wäre dies geschehen, hätte sich an der bestehenden Gesetzeslage zunächst nichts geändert. Die EU-Kommission hätte gegebenenfalls neue Änderungen vorschlagen können, die neuerdings hätten geprüft werden müssten.

"An der bestehenden Rechtslage in Europa und Deutschland ändert sich erst einmal gar nichts", sagte die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior. "Dönerspieße können wie bisher produziert und verkauft werden. Niemand muss auf seinen Döner oder Gyros verzichten."