Ex-Facebook-Präsident Sean Parker warnt: "Kein Mensch weiß, was Facebook mit den Gehirnen unserer Kinder macht"

Jan 06, 2008 - Las Vegas, Nevada, USA - SEAN PARKER a co-founder of Napster, Inc., attended the keynote speech by Microsoft's Bill Gates at the Consumer Electronics Show in Las Vegas, NV. Sunday, Jan. 6, 2008. Parker also co-founded Plaxo and was the
Sean Parker (Foto: Archiv) © picture-alliance/ dpa, Keystone USA b91, gk

Soziale Medien wollen Schwächen der menschlichen Psyche ausnutzen

Etwas irritierend wirkt es schon, dass ausgerechnet ein Mann vor Facebook und anderen sozialen Medien warnt, der ein Vermögen damit gescheffelt hat. Andererseits mag man einwenden, dass er wenigstens wissen sollte, wovon er spricht. Ex-Facebook-Präsident Sean Parker warnt eindringlich vor den Gefahren: Kein Mensch wisse, was Facebook mit den Gehirnen unserer Kinder mache, sagt er. Soziale Medien seien darauf ausgelegt, Schwächen der menschlichen Psyche auszunutzen.

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Erfinder wussten um die Gefahren: "Wir haben es trotzdem getan"

"Es ändert buchstäblich euren Umgang mit der Gesellschaft und untereinander", sagte er auf einer Veranstaltung in Philadelphia. "Es stört wahrscheinlich auf komische Weise Eure Produktivität. Gott allein weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht", so Parker, der Erfinder der Musik-Tauschbörse Napster und frühere Präsident von Facebook.

Am Anfang aller sozialen Netzwerke habe die Frage gestanden, wie man möglichst viel Zeit der Nutzer beanspruchen könnte und dabei ihre höchstmögliche Aufmerksamkeit bekomme. Um dieses Ziel zu erreichen, verpasse Facebook seinen Mitgliedern ab und an einen Dopamin-Kick, nämlich wenn ein anderer Nutzer auf die Posts reagiert. Das wiederum motiviere die Nutzer, ihrerseits mehr Inhalte und Reaktionen zu produzieren. Dieser Mechanismus sei ein Kreislauf, eine Schleife der sozialen Bestätigung. Das sei genau die Art von Dingen, die sich ein Hacker wie er selbst ausdenken würde, "da es eine Schwäche in der menschlichen Psyche ausnutzt".

Die Erfinder der Sozialen Medien - Mark Zuckerberg, Kevin Systrom von Instagram, aber auch er selbst - seien sich dessen bewusst gewesen. "Und wir haben es trotzdem getan." Früher habe er Freunden, die Sozialen Medien skeptisch gegenüber standen gesagt "am Ende bekommen wir dich auch". Inzwischen verweigere er sich selbst den Netzwerken, sagte Parker, der durch seine Facebook-Anteile zum Milliardär wurde.