Experten schlagen Alarm: Zahl der Organspenden sinkt auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren

Deshalb sollten Sie unbedingt Organspender werden
Deshalb sollten Sie unbedingt Organspender werden Jeden Tag sterben drei Menschen, da ein Spender fehlt 00:00:55
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Organspenden: "Die Situation ist zutiefst besorgniserregend"

Tausende Menschen warten zurzeit auf eine lebensrettende Transplantation – gleichzeitig gibt es immer weniger Organspenden. Die Zahl der gespendeten Organe ist auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. "Die Situation ist zutiefst besorgniserregend", sagte der medizinische Vorstand der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Axel Rahmel.

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Tausende warten auf ein Spenderorgan

Während es im Jahr 2010 noch 1.296 Spender gab, denen 4.200 Organe entnommen wurden, waren es bis Ende Oktober 2017 gerade einmal 680 Spender, von denen 2.200 Organe verpflanzt werden konnten. Gezählt wurden in dieser Statistik nur Organe, die nach dem Tod des Spenders entnommen wurden. Lebendspenden wurden nicht miteingerechnet.

Rund 10.000 schwerkranke Patienten warten zurzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan. "Von Jahr zu Jahr kann weniger Patienten mit einer Transplantation geholfen werden", beklagte DSO-Vorstand Rahmel. Ein gemeinschaftlicher Initiativplan müsse her, um die Situation zu verbessern. Die Stiftung wünscht sich beispielsweise, dass das Thema automatisch immer dann besprochen wird, wenn ein Arzt mit einem Patienten und seinen Angehörigen über die Behandlung am Lebensende berät.

Wären Sie bereit, ihre Organe nach ihrem Tod zu spenden?

Spendenbereitschaft ging nach Organspendeskandal zurück

Organspender zu werden, ist ganz einfach. Alles was man dazu braucht, ist ein Organspendeausweis. Im Video sehen sie sechs Gründe, warum möglichst jeder Organspender sein sollte.

Seit dem Organspende-Skandal vor einigen Jahren ging die Spendenbereitschaft in Deutschland stark zurück. Damals waren Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der gespendeten Organe aufgefallen. Ärzte ließen ihre Patienten kränker erscheinen, als sie waren, damit sie in der Warteliste für eine Transplantation weiter nach oben rückten.