Forscher findet seltenen Vogel und bringt ihn um

Töten für die Wissenschaft?

Forscher Dr. Chris Filardi verbringt 20 Jahre seines Lebens mit der Suche nach einem der seltensten Vögel der Welt. Als er ihn schließlich findet, bringt er ihn kurze Zeit später um. Im Netz stößt dieses Handeln auf völliges Unverständnis und es hagelt Kritik.

- Anzeige -
Forscher Dr. Chris Filardi tötet bunten Schnurrbart-Königsfischer.
Dieser bunte Vogel musste für die Wissenschaft sterben.

Der bunte Schnurrbart-Königsfischer gilt unter Forschern als Geist. Man glaubte zu wissen, dass es ihn gibt – gesehen wurde bisher aber nur ein Weibchen in freier Wildbahn. Gerade mal 250 bis 1.000 Exemplare sollen noch leben. Damit gilt er als vom Aussterben bedrohte Art.

Der Wissenschaftler Chris Filardi widmete seine Arbeit genau diesem seltenen Vogel. Er verbrachte 20 Jahre auf den Salomon-Inseln, wo der Königsfischer noch leben soll. Als er dem Vogel schließlich im September 2015 erstmals begegnete, gelang es ihm, ihn einzufangen und die ersten Bilder dieses seltenen Exemplars zu machen. "Einer der am wenigsten bekannten Vögel der Welt war dort, vor mir, wie eine mystische Kreatur, die zum Leben erweckt wurde", schrieb er begeistert in seinem Blog-Eintrag auf der Seite des Amerikanischen Museums für Naturkunde.

Umso unverständlicher ist für viele, was dann geschah: Auf Nachfrage des Onlineportals 'The Dodo' wurde bestätigt, dass Chris Filardi den Vogel nach seinem Fund für weitere Studien präparierte – also tötete. Im Netz löste diese Nachricht eine Welle der Kritik aus. In sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook werden Stimmen laut, die Filardis Rücktritt als Direktor des Pazifik-Programms des Amerikanischen Museums für Naturkunde fordern.

Auf der Tierschutz-Seite ‚Audubon‘ versuchte Filardi später seine Entscheidung mit den Worten "Das war weder eine einfache Entscheidung, noch eine, die ich spontan getroffen habe", zu erklären. Es sei üblich und die Art nicht gefährdet. Selbst einige Wissenschaftler sehen das allerdings anders.