Frauke Petry soll AfD verlassen - Spannungen bei der AfD eskalieren nach der Bundestagswahl 2017

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Gauland: "Wir werden dieses Land verändern" AfD in Party-Stimmung 00:01:58
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Frauke Petry will AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag nicht angehören

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei im Deutschen Bundestag nicht angehören. Das sagte sie am Montag nach der Bundestagswahl in Berlin. Nun fordern der AfD-Fraktionsvorsitzende von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg und auch AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, dass Petry endgültig aus der Partei austritt.

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Direkt nach dem Erfolg der AfD bei der Bundestagswahl sind die innerparteilichen Konflikte eskaliert. Die Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei nicht angehören. Das sagte sie am Montag in Berlin und verließ eine gemeinsame Pressekonferenz mit den AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. Petry konnte in ihrem sächsischen Wahlkreis ein Direktmandat erringen. Co-Parteichef Jörg Meuthen entschuldigte sich für das Verhalten Petrys: "Das ist auch mit uns nicht abgesprochen gewesen", erklärte er.

Zuvor hatte Meuthen Petry heftig attackiert. Dass sie sich in öffentlichen Äußerungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei "wenig hilfreich" gewesen und "nicht hinnehmbar", kritisierte er.

Als Konsequenz ihrer Entscheidung soll Petry nun ganz aus der Partei austreten. "Ich bitte sie, ihren Schritt konsequent durchzuziehen und die Partei auch zu verlassen", forderte Poggenburg, der auch Mitglied des Bundesvorstandes ist. 

Dieselbe Meinung vertritt AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel: "Nach dem jüngsten Eklat von Frauke Petry, der an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten war, fordere ich sie hiermit auf, ihren Sprecherposten niederzulegen und die Partei zu verlassen, um nicht weiteren Schaden zu verursachen."

Alternative für Deutschland wird drittstärkste Kraft bei der Bundestagswahl 2017

Die AfD hatte am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erhalten und stellt im neuen Bundestag 94 Abgeordnete. Sie bildet damit die drittgrößte Fraktion im Parlament.

Poggenburg gehört dem rechtsnationalen Parteiflügel um den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke an. Gegen Höcke läuft ein Parteiausschlussverfahren, hinter dem auch Petry steht.