Gluteale Amnesie: So retten Sie sich vorm "Toter-Hintern-Syndrom"

"Bürokrankheit" Gluteale Amnesie
"Bürokrankheit" Gluteale Amnesie Wenn Ihr Po vergisst, wozu er eigentlich da ist 00:02:40
00:00 | 00:02:40

Die Gluteale Amnesie als Folge von Bewegungsmangel

Es ist die Folge von unserem gemütlichen Lebensstil: Unter dem "Toter-Hintern-Syndrom", im Englischen "Dead Butt Syndrome", leiden hauptsächlich Bürohengste. Denn wer den ganzen Tag sitzt, bekommt eine Gluteale Amnesie. Wir erklären, was das genau ist und was Sie dagegen tun können.

Der Hintern vergisst, wofür er da ist

Die Bezeichnung "Dead Butt Syndrome" kommt vom kanadischen Rückenspezialisten Dr. Stuart McGill. Im Deutschen verwendet man dafür den Fachbegriff "Gluteale Amnesie": Unser Po vergisst, wozu er eigentlich da ist. Wenn man stundenlang im Bürostuhl verkümmert, ist das auch gar nicht so abwegig. Dabei hat unser Allerwertester wichtige Funktionen. "Das Gesäß ist dafür da, dass wir einen aufrechten Gang und Stand haben aber vor allem dass es uns in der Beinachse stabilisiert", erklärt Physiotherapeut Stefan Scheika.

Die Hauptfunktion des Gesäßmuskels ist die Hüftstreckung, z.B. bei der Kniebeuge oder beim Laufen. Zudem hält er den Oberschenkel in Position und verhindert, dass der Oberkörper nach vorn kippt. Außerdem stabilisiert der Gesäßmuskel das Becken. Doch genau diese Aufgaben vergisst unser Po, und Schuld ist unser inaktiver Lebensstil. Leidtragender ist häufig unser Rücken, da er für die anderen "eingeschlafenen" Muskeln einspringen muss. Die Folge sind Rückenschmerzen, Hohlkreuz, Ischiasbeschwerden, Schmerzen an Knien bis zur Hüfte.

Physiotherapeut Scheika rät daher, alle 45 Minuten aufzustehen – wie früher in der Schule. Denn das Schlimmste im Alltag ist die Inaktivität.

Im Video erfahren Sie, mit welcher einfachen Übung Sie dem "Dead Butt Syndrome" keine Chance gben.