Gruppenvergewaltigungen in Essen: 18-Jähriger Verdächtiger stellt sich der Polizei

Das sagt der Anwalt des Verdächtigen 18-Jährigen
Das sagt der Anwalt des Verdächtigen 18-Jährigen Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet 00:01:40
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Drei Männer saßen schon in Untersuchungshaft

Drei Verdächtige im Alter von 19 bis 23 Jahren saßen schon in Untersuchungshaft - nun hat sich auch ein 18-Jähriger der Polizei gestellt. Die Polizei hatte öffentlich mit einem Foto nach Dean Martin L. gefahndet. Die Vorwürfe gegen die jungen Männer aus dem Ruhrgebiet wiegen schwer. Die Gruppe soll in den vergangenen Monaten mindestens sechs jugendliche Mädchen vergewaltigt haben, die Polizei geht von weiteren Opfern aus.

Organisierte Übergriffe an entlegenen Orten

Dean Martin L. hat sich der Polizei gestellt
Eine Gruppe junger Männer soll Schülerinnen vergewaltigt haben - nun hat sich auch der letzte Verdächtige gestellt. © dpa, mg lof

Offenbar wurde Dean Martin L. der Druck zu groß. "Der 18-Jährige hatte sich nur etwa zwei Kilometer von seiner Wohnung entfernt bei Bekannten versteckt", berichtet RTL-Reporter Ulrich Klose. "Als er sein Fahndungsfoto sah, hat ihn die Panik gepackt, und seine Familie hat Druck gemacht, dass er sich stellen soll. Daraufhin hat man einen Strafverteidiger gesucht. Der ist in das Versteck gefahren und hat ihm ganz klar gemacht: Entweder er stellt sich, oder der Anwalt übernehmt das Mandat nicht. Anschließend ging es zur Polizeiwache Süd in Gelsenkirchen." Heute soll der Haftbefehl verkündet werden. Was der Anwalt des 18-Jährigen sagt, sehen Sie im Video. 

Die Masche der mutmaßlichen Sexualverbrecher soll immer ähnlich gewesen sein. Über soziale Netzwerke nahm ein junger Mann der Gruppe mit dem jeweiligen Mädchen Kontakt auf und lud sie zu einem Treffen ein. Später seien dann immer mindestens drei weitere Männer dazugekommen. Mit einem Auto sei man an einen entlegenen Ort gefahren, wo es dann zu den Vergewaltigungen kam. Die Tatorte waren Gelsenkirchen und Essen. Drei Opfer haben Anzeige erstattet, die Polizei geht weiteren möglichen Fällen nach. Betroffene Frauen werden dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden. 

Gegen einen 16-Jährigen, dessen Name und Aufenthaltsort bekannt sind, werde laut Essener Polizei ebenfalls ermittelt - wegen seines jungen Alters liege aber kein Haftbefehl vor.