Härtere Strafen für Handy am Steuer und Co.: Das kommt künftig auf Verkehrssünder zu

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann sitzt am 03.04.2017 in Berlin in einem Auto am Steuer und hält ein Smartphone in der Hand (gestellte Szene). Foto: Monika Skolimowska/dpa (zu dpa "Fahrlehrer warnen vor Folgen bei Handy am Steuer" vom 28.04.2017) Foto
Wer mit dem Handy am Steuer sitzt, dem drohen saftige Strafen. © dpa, Monika Skolimowska, skm gfh mut vge

Selbst Unfälle mit Toten schrecken einige nicht ab

Eigentlich klingt dieser Satz der Straßenverkehrsordnung ganz logisch: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht". Doch nicht wenige Autofahrer wollen nur mal schnell bei Tempo 50 eine Kurznachricht tippen. Solche Verkehrssünder will der Bundesrat jetzt mit härteren Strafen zur Vernunft bringen – und die haben es in sich.

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Handy am Steuer wird teurer

Gefängnis für extreme Raser, drastisch höhere Bußen für Handys am Steuer und blockierte Rettungsgassen: Abschreckendere Sanktionen sollen Autofahrer künftig stärker von lebensgefährlichen Manövern auf deutschen Straßen abhalten. Der Bundesrat stimmte in der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl für eine Reihe von Neuregelungen.

Richtig teuer wird es für Autofahrer, die leichtsinnig mit dem Smartphone am Steuer hantiere: Sie müssen nun 100 Euro statt bisher 60 Euro zahlen und bekommt weiterhin einen Punkt in Flensburg. Bei einer Sachbeschädigung drohen 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot. Fahrradfahrer zahlen 55 Euro statt bisher 25 Euro. Außerdem wird das Verbot, das bisher nur Mobil- und Autotelefone nennt, auf alle Kommunikationsgeräte wie Tablets und Laptops erweitert.

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt bis zu 320 Euro Strafe

Und auch beim wichtigen Thema Rettungsgasse wurde nachgebessert:
Wer keine Notgasse für Helfer auf der Autobahn bildet, zahlt künftig mindestens 200 Euro. Im schwersten Fall sind 320 Euro und ein Monat Fahrverbot fällig. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte, damit werde deutlich, dass es um kein Bagatelldelikt gehe. Was passieren kann, wenn keine Rettungsgasse gebildet wird und wie Sie sich korrekt verhalten, sehen Sie im Video.

So bilden Sie eine Rettungsgasse!
So bilden Sie eine Rettungsgasse! 00:01:29
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Bis zu zehn Jahre Haft für Raser

Bei illegalen Autorennen setzen rücksichtlose Raser das Leben anderer aufs Spiel. "Wir müssen alles tun, um diesen Irrsinn zu stoppen und die Menschen vor solchen Verrückten zu stoppen", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Bis zu zehn Jahre Haft sollen Raser künftig bekommen, wenn jemand bei ihrem illegalen Rennen verletzt oder getötet wird. Selbst wenn niemand zu Schaden kommt, drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Bisher müssen Teilnehmer solcher Rennen lediglich 400 Euro Strafe zahlen und für einen Monat den Führerschein abgeben. In Zukunft wird schon der Versuch bestraft, ein Rennen zu organisieren. Fahrzeuge können eingezogen werden.