Hamburger Flughafen gesperrt: Flüchtiger Asylbewerber legt Flugverkehr für eine Stunde lahm

ARCHIV - Stacheldraht umgibt am 21.10.2016 in Hamburg die Container des neuen Ausreisegewahrsams am Flughafen. Aus der Abschiebe-Unterkunft am Airport sind zwei Menschen geflohen und aufs Rollfeld gelaufen. Die Abschiebe-Einrichtung wurde am Hamburge
Aus dieser Abschiebe-Unterkunft am Hamburger Flughafen war der Asylbewerber geflüchtet. © dpa, Axel Heimken, ahe kno hal dbo pil gfh

Flüchtiger Asylbewerber sollte abgeschoben werden

Acht Flüge gestrichen, zwölf Flüge verspätet: Die Flucht eines abgelehnten Asylbewerbers aus Albanien aus einer Abschiebe-Einrichtung am Hamburger Airport hat am Donnerstagabend erhebliche Probleme im Flugbetrieb verursacht. Es war befürchtet worden, dass er aufs Rollfeld gelaufen sein könnte. Nach Angaben der zuständigen Hamburger Innenbehörde wurde die Polizei auf die Flucht aufmerksam, nachdem ein 24-jähriger Algerier am Zaun der Abschiebe-Einrichtung entdeckt wurde. Er gab später zu, dem Albaner über den Zaun geholfen zu haben.

- Anzeige -

Gesuchter Albaner wurde auf dem Rollfeld vermutet

Blick am 09.11.2017 in Hamburg im Helmut-Schmidt-Airport in das leere Terminal. Der Flughafen ist am Abend gut eine Stunde lang gesperrt worden, weil zwei Personen das Rollfeld betreten hatten. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Sperrung des Hamburger Flughafens: Dieses Terminal blieb menschenleer. © dpa, Daniel Bockwoldt, dbo hjb

Nach dem 22-jährigen Albaner wurde am Freitag noch gesucht. Er hatte seine Flucht offensichtlich gut vorbereitet. So war sein Bett in seinem Zimmer so gemacht, dass es aussah, als würde er dort schlafen, erklärte eine Sprecherin der Innenbehörde. Als feststand, dass er verschwunden war, wurde der Flughafen informiert, da die Gefahr bestand, dass er aufs Rollfeld gelaufen sein könnte. Nach Angaben des Flughafens und der Bundespolizei wurde der Flugverkehr um 20.15 Uhr eingestellt. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten das Areal ab, die Flughafenfeuerwehr leuchtete nach Angaben eines Bundespolizeisprechers das Rollfeld mit Scheinwerfern aus. Um 21.35 sei die Suche beendet worden.

Am Flughafen wurden die aufgeschobenen Flüge dann nach und nach abgearbeitet. Die Passagiere mussten in der Zwischenzeit im Terminal warten. "Das ist für die Fluggäste unangenehm, aber die meisten haben Verständnis, weil es sich um eine Sicherheitsfrage handelt", sagte Sprecherin Janet Niemeyer. 

Nach Informationen der Flugsicherung in Bremen wurden vier Maschinen, die ursprünglich in Hamburg landen sollten, dorthin umgeleitet. Ein Sprecher des Flughafens Hannover teilte mit, weitere acht Maschinen seien in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet.

Weitere Asylbewerber aus Abschiebe-Unterkunft am Hamburger Flughafen entwicht

Am Hamburger Flughafen war vor etwa einem Jahr die bundesweit erste Abschiebe-Unterkunft eröffnet worden. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand von dort verschwindet. So soll es nach unbestätigten Berichten bereits zwei, drei Fälle in der Vergangenheit gegeben haben. Deshalb soll in der kommenden Woche über bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit beraten werden, sagte die Sprecherin.