Handyversicherung: Bringt wenig, kostet viel

Handyversicherung: Bringt wenig, kostet viel
Bezahlt das eine Handy-Versicherung? Gerade die Bildschirme von Smartphones gehen bei einem Sturz schnell zu Bruch. © picture alliance / dpa Themendie, Emily Wabitsch

Handyversicherungen bieten weniger Schutz als gedacht

Ein neues Smartphone ist in der Regel ziemlich wertvoll. Manche Käufer schließen aus diesem Grund gleich beim Kauf des teuren Geräts eine Handyversicherung ab – Media Markt, Saturn und Amazon bieten Handykäufern Policen für die gekauften Geräte an, die die Smartphones gegen Sturz- und Wasserschaden sowie Diebstahl versichern sollen. Ein Schnelltest der Stiftung Warentest zeigt: Die Versicherungen bieten weniger Schutz, als viele annehmen.

- Anzeige -

Wer ein Handy wie zum Beispiel das iPhone 6 Plus für mehr als 800 Euro kauft, will sein Gerät in der Regel ohne Schäden eine gewisse Zeit nutzen. Ein Displaybruch oder der Diebstahl des Telefons sind dann zwei der vielen möglichen Horrorszenarien, die Käufer eine zusätzliche Handyversicherung abschließen lassen – für die die Handybesitzer noch einmal 200 Euro auf den Tisch legen müssen. Soviel kostet der 'Plusschutz' inklusive Diebstahlschutz bei Media Markt und Saturn, hinter dem die Allianz als Versicherer steckt. Beim Online-Versandhändler Amazon kann der 'Geräteschutz' des Versicherers Ergo zum Kauf eines Smartphones gebucht werden – dieser kostet rund 100 Euro. Beide Versicherungen haben jeweils eine zweijährige Laufzeit.

Die Versicherer zahlen die Reparaturkosten, wenn das Smartphone zum Beispiel bei einem Fall aus großer Höhe zu Bruch geht oder durch Sand oder Feuchtigkeit beschädigt wird. Allerdings behalten sich beide Versicherer "eine Kürzung vor, wenn der Kunde den Schaden grob fahrlässig verursacht hat", so Stiftung Warentest. Statt einer Reparatur kann ein Kunde auch ein gleichwertiges Ersatzmodell, also ein gleiches Handy-Modell, bekommen.

Wer das Handy aus den Augen lässt, riskiert seinen Versicherungsschutz

Etwas komplexer wird es, wenn es um Diebstahl geht. Dann gibt es bei Ergo den sogenannten Zeitwert des Geräts in bar zurück – wird ein Smartphone, das beim Kauf 800 Euro gekostet hat, im zweiten Jahr entwendet, bekommt der Käufer nur noch 640 Euro von der Versicherung zurück. Allianz-Kunden hingegen können sich im Fall eines Diebstahls auf ein gleichwertiges Ersatzgerät freuen. In beiden Fällen gelten allerdings bestimmte Regeln: Damit die Versicherung greift, muss das Gerät aus einem verschlossenen Raum gestohlen werden. Unterwegs ist der Besitzer nur versichert, wenn er das Handy bei sich führt. Ein Schüler, der 2011 sein Handy während des Sportunterrichts in der Umkleidekabine gelassen hatte, die nicht abgeschlossen wurde, bekam trotz 'Plus Garantie' keine Erstattung.

Fazit: Wer sein Handy aus den Augen lässt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Gegen einen unbeabsichtigten Sturz kann sich ein Handybesitzer kaum wehren - aber mit einem recht günstigen Plastik- oder Lederetui etwas vorsorgen. Schäden durch Sand und Wasser sind sowieso eher selten - schon alleine deswegen, weil die neuesten Geräte fast aller Hersteller inzwischen staub- und wasserdicht sind. Ob unter diesen Umständen eine Versicherung bei den recht hohen Preisen überhaupt notwendig ist, muss jeder Käufer für sich entscheiden.