Hartz-IV-Empfänger bleiben immer länger arbeitslos

Wiedereinstieg für Langzeitarbeitslose ist schwer
Wiedereinstieg für Langzeitarbeitslose ist schwer Trend gibt Grund zur Besorgnis 00:01:28
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Besorgniserregende Zahlen der Bundesagentur für Arbeit

Hartz-IV-Empfänger in Deutschland sind immer länger arbeitslos. Das berichtet die 'Passauer Neue Presse'. In der Gruppe der Arbeitsfähigen, die im vergangenen Jahr auf entsprechende staatliche Leistungen angewiesen waren, habe die Dauer der Arbeitslosigkeit im Schnitt bei 629 Tagen gelegen.

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"Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Beziehende hat zugenommen"

Das sind 74 Tage länger als noch im Jahr 2011 - ein Anstieg um 13,3 Prozent. Die Zeitung zitiert aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage von Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann.

"Die Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Beziehende hat in den letzten Jahren zugenommen", sagte Zimmermann dem Blatt. Seit 2010 seien die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit drastisch gekürzt worden. Die Bundesregierung überlasse damit Millionen Menschen ihrem Schicksal.

Ein Jobcenter-Mitarbeiter betreut im Schnitt 129 Langzeitarbeitslose

Kritiker fordern bereits seit Jahren eine bessere Betreuung der Arbeitslosen im Jobcenter. Im Schnitt betreut ein Mitarbeiter 129 Langzeitarbeitslose, die älter als 25 Jahre sind. Das besagt die offizielle Statistik der Bundesagentur. Dies macht eine persönliche Betreuung jedes einzelnen Kunden nahezu unmöglich.

Das berichtet auch Mike Schmidt aus Düsseldorf. Jahrelang arbeitete er als Dachdecker - seinen Traumberuf konnte er aber nach einem Fahrradunfall nicht mehr ausüben. Er schrieb über 200 Bewerbungen und bekam immer wieder Absagen.

Vom Jobcenter habe er nur Ein-Euro-Jobs und dreimal den gleichen Computerkurs bekommen, sagt er. Letztlich hat ihm ein Projekt der Diakonie geholfen - dort hat er einen Führerschein und einen Kettensägenführerschein gemacht. Er will zukünftig als Garten- und Landschaftsbauer arbeiten.

Rixinger plädiert für neues Beschäftigungsprogramm

"Der Arbeitsmarkt, der normale Arbeitgeber, tut sich schwer damit, Menschen, die mehrere Jahre erwerbslos sind wieder einzustellen. Oft haben die Leute ja auch so ein Schicksal hinter sich, dass sie häufig auch angeschlagen sind", sagt Bernd Riexinger von den Linken die Zahlen.

Er plädiert für ein Beschäftigungsprogramm, das eine Brücke von der Erwerbslosigkeit in den öffentlichen Arbeitsmarkt schlagen soll.

Arbeitslosenzahlen auf Rekordtief

Dabei sind die Zahlen der Arbeitslosen im Juni auf den tiefsten Stand seit über 25 Jahren gesunken. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren 2,473 Millionen Arbeitslose registriert.