Helmut muss bleiben – Worfelden kämpft für seinen Paketboten

Ein Postbote als Popstar

28 Jahre hat Helmut Becker im hessischen Dorf Worfelden Pakete zugestellt. Das soll sich ab August ändern. Weil immer mehr Pakete verschickt werden, hat die Posttochter DHL neue Zustellbezirke eingeteilt. Dann wird Becker eine andere Tour fahren müssen und nicht mehr nach Worfelden kommen. Doch das wollen die Dorfbewohner sich nicht einfach so gefallen lassen.

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Worfelden will Helmut Becker nicht gehen lassen
Helmut Becker ist seit 28 Jahren Paketbote in Worfelden - jetzt soll er gehen.

Etwa 200 sind gekommen um gegen die Versetzung ihres Lieblingspostboten Becker zu demonstrieren. Für die Worfeldener ist er eben mehr als der Paketbringdienst. Die Menschen feiern ihren Helmut, jubeln ihm zu. Ein Postbote als Popstar.

"Ich mach doch nur meine Arbeit"

Becker kann den ganzen Rummel gar nicht fassen, kämpft mit den Tränen und sagt: "Unvorstellbar. Ich mach doch nur meine Arbeit." Der zuverlässige Paketzusteller kennt im Dorf jeden persönlich. Für die Bewohner ist klar: "Der neue kann ja kommen, aber Helmut muss bleiben."

Der freundliche Paketbote ist ein richtiger Alltagsheld. Eine Anwohnerin erzählt, dass sie in 21 Jahren noch nie ihr Päckchen bei der Post abholen musste. Manche Worfeldener haben ihm sogar ihren Haustürschlüssel anvertraut, damit er die Päckchen direkt ins Haus bringen kann.

Ein Tausch mit einem anderen Kollegen ist laut DHL nicht möglich. Weil in Worfelden aber niemand will, dass Becker geht, wurden bereits tausende Unterschriften gesammelt. Sogar EU-Abgeordnete wollen nächste Woche vorbeikommen, um vielleicht eine Lösung zu finden. Ein Dorf will seinen Postboten einfach nicht gehen lassen.