Horror-Clowns verletzen Menschen bei Angriffen: Ein Opfer erzählt von dem Erlebnis

Dominique (22) wurde mit einer Kettensäge bedroht.

Mit Baseballschlägern oder Messern bewaffnet lauern die Grusel-Clowns hinter Büschen oder Mauern und warten darauf, Passanten zu erschrecken. Mittlerweile meldet die Polizei bundesweit Fälle, es gibt erste Verletzte. Doch nur wenige trauen sich offen über die Erlebnisse zu sprechen. Ein Opfer erzählt nun, wie sie von einem Clown mit einer Kettensäge bedroht wurde.

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Dominique wartete früh morgens auf den Bus, der sie zur Arbeit bringen sollte, als ein Clown sie an der Haltestelle bedrohte. "Und als er dann dichter kam, hab ich dann festgestellt, dass er was großes in der Hand hat. Da konnte ich aber noch nicht sehen, dass er eine Kettensäge in der Hand hat", erzählt die 22-Jährige. Die junge Frau konnte fliehen. Erst als sie in Sicherheit war, rief sie die Polizei. Und obwohl sie fürchtete, dass die Polizisten ihren Anruf nicht ernstnehmen würden, sollten alle wissen, dass die Polizei besonders sensibilisiert ist und jedem Hinweis nachgeht.

Dominique kam mit einem Schrecken davon. Andere Opfer hatten weniger Glück:

Drei Menschen sind bei makaberen Aktionen von Grusel-Clowns verletzt worden. In Duisburg schlug am Samstagabend ein Grusel-Clown vermutlich mit einem Baseballschläger aus Metall auf einen 30-jährigen Mann ein. Er hatte ihn zur Rede stellen wollen, nachdem der Clown Kinder erschreckt hatte. Das Opfer sei durch die Schläge auf Arm und Rippen leicht verletzt worden, berichtete die Polizei. Der Maskierte konnte flüchten. 

In Köln wurde ein 27-jähriger Mann in der Nacht zum Freitag leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. "Die trugen Clownsmasken und kamen direkt auf mich zugelaufen", sagte das Opfer. Einer der Maskierten habe ein Messer in der Hand gehabt. Es habe eine Rangelei gegeben, dann sei er in ein Gebüsch geschubst worden. Der Leverkusener erlitt eine leichte Schnittwunde am Arm.

In Aachen erschreckte sich ein 21-jähriger Radfahrer am Samstag so sehr, dass er stürzte und verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Ein Grusel-Clown war drohend aus einem Gebüsch gesprungen.

Maskierter attackiert Frau mit Kettensäge

Bereits am Donnerstag erschreckte in Wesel ein Unbekannter im Clownskostüm und mit Kettensäge eine 48-jährige Frau, die mit einem Hund unterwegs war. Der Clown trat plötzlich aus einem Busch hervor und versuchte mehrfach erfolglos, die Kettensäge zu starten. Erschrocken rannte die Frau zurück in ihre Wohnung und alarmierte die Polizei.

Polizei: Das ist kein Spaß mehr

Auch in anderen Städten traten Maskierte auf: In Münster stellte die Polizei vier Jugendliche, die mit Maske und Baseballschläger Passanten erschrecken wollten. Die Beamten klärten die Jugendlichen und deren Eltern darüber auf, dass das Vorhaben "eine Körperverletzung darstellt und überhaupt nicht lustig ist".

Psychologen befürchten "großen Nachahmungseffekt"

Und der Trend der Grusel-Clowns wird wohl anhalten, meint der Psychologe Jens Hoffmann. Seiner Ansicht nach könnte die Zahl der gewalttätiger Übergriffe sogar steigen. "Das Erschrecken hat eine lange Tradition, besonders zu Halloween. Das hat sich nun verselbstständigt, da gibt es einen großen Nachahmungseffekt", sagte der Leiter des Instituts Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt. Der zweifelhafte Trend der Grusel-Clowns hat seinen Ursprung in den USA. Seit zwei Jahren registrieren die Behörden dort entsprechende Vorfälle.