In Ägypten inhaftierte Laura Plummer: Vater fürchtet, dass sie nicht bis zum Prozess überlebt

Laura Plummer droht die Todesstrafe in Ägypten
Laura Plummer droht die Todesstrafe in Ägypten Weil sie Schmerzmittel im Gepäck hatte 00:00:46
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Eltern und Bruder in großer Sorge um Laura Plummer

Die Engländerin Laura Plummer ist Anfang Oktober bei ihrer Einreise nach Ägypten verhaftet worden, weil sie in Ägypten verbotene Schmerzmittel im Gepäck hatte. Das in England legal zu erwerbende Medikament Tramadol war für ihren ägyptischen Ehemann, der unter chronischen Rückenschmerzen leidet. Laura Plummers Eltern sind in großer Sorge um ihre Tochter.

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"Ich glaube nicht, dass sie stark genug ist, das zu überstehen", sagt ihr Bruder

Was die Britin bei der Einreise mit dem Medikament offenbar nicht wusste: Tramadol ist in Ägypten verboten, da es oft als Ersatz für Heroin benutzt wird. Zurzeit teilt sie sich laut britischen Medienberichten mit 25 Frauen eine 25 Quadratmeter große Zelle. Der 33-Jährigen droht eine lange Haftstrafe wegen Drogenschmuggels, unter Umständen sogar die Todesstrafe.

Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Mutter, Schwester und Bruder waren nach Ägypten geflogen, um Laura zu besuchen. Der 'Guardian' zitiert Lauras Bruder wie folgt: "Sie sagten, sie sehe aus wie ein Zombie. […] Ich glaube nicht, dass sie stark genug ist, das zu überstehen."

Diese Befürchtung hat auch ihr verzweifelter Vater, Neville Plummer. "Als Vater fühle ich mich einfach nur hilflos, wenn ich höre, dass meine Tochter gesagt hat, es wäre ihr lieber, jemand würde ihr die Kehle aufschlitzen", sagte er der 'Daily Mail'. "Sie ist schon zu lange eingesperrt, und ich weiß nicht, ob sie das durchsteht", so Plummer weiter. Er habe Angst, dass sie noch vor Prozessbeginn sterbe.

Bis zur Anklageerhebung könnten nach ägyptischen Recht noch zwei Jahre vergehen, so Lauras Anwalt. Da über den Fall aber prominent in den internationalen Medien berichtet wird, könnten die Behörden auch schneller handeln.

Ägypter haben Zweifel an Ehe

Über Lauras Ehemann, Omar Caboo, gibt es verschiedene Informationen. Laut ägyptischer Polizei, bestehen es Zweifel, ob er und Laura offiziell verheiratet seien. Unklar ist auch, ob die beiden überhaupt noch ein Paar sind. Caboo soll Plummer noch nicht im Gefängnis besucht haben. Er habe bereits Frau und Kind in Ägypten, heißt es in manchen Medienberichten. Nach muslimischem Recht ist es aber ohnehin legal, eine zweite Frau haben.

Laura hatte Omar vor vier Jahren während eines Urlaubs kennen gelernt. Kurz nach Laura Festnahme Ende Oktober war Omar zunächst verschwunden.

Mittlerweile soll er aber wieder aufgetaucht sein. Laut Lauras Familie will er auch für sie aussagen. Omar hatte vor zwei Jahren einen schweren Autounfall und könne alle nötigen Befunde und Röntgenbilder vorlegen, um zu beweisen, dass er auf die Schmerzmittel angewiesen ist. Auch gebe es einen Nachweis, dass Laura und Omar wirklich verheiratet sind. "Wir sind sehr froh, dass er uns hilft", sagte Lauras Vater.