IS bekennt sich zu schwerem Anschlag in Kairo

Sprengsatz explodiert in der Sonntagsmesse
Sprengsatz explodiert in der Sonntagsmesse Schwerer Anschlag in Kairo 00:00:26
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Mitten in der Sonntagsmesse explodierte ein Sprengsatz

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem tödlichen Anschlag auf eine koptische Kirche in Kairo bekannt. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag durch einen Anhänger des "Kalifats" gehandelt, hieß es in einer Mitteilung des IS im Internet. Auch das IS-Sprachrohr Amak berichtete von einem "Märtyrer des Islamischen Staates", der den Anschlag ausgeführt habe. 

Bei dem Bombenanschlag auf die Kirche nahe dem Amtssitz des koptischen Papstes waren während einer Messe am Sonntag mindestens 23 Menschen getötet und 49 verletzt worden. Der Anschlag gehört zu den schwersten der vergangenen Jahre gegen die christliche Minderheit in Ägypten.

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Der Anschlagsort liegt nicht weit von der St. Markus Kathedrale, dem Amtssitz des koptischen Papstes, entfernt. Es ist einer der schwersten Anschläge auf die ägyptische Hauptstadt überhaupt.

Die Anteilnahme im ganzen Land ist groß. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi nannte den Anschlag einen abscheulichen Terrorakt, der sich sowohl gegen Christen als auch Muslime gerichtet habe. In Kairo versammelten sich nach der Tat Dutzende Menschen und forderten den Rücktritt von Innenminister Magdi Abdel Ghaffar. Viele Passanten reihten sich spontan in lange Warteschlangen ein, um Blut für die verletzten Terroropfer zu spenden.

Schätzungen zufolge sind rund neun Millionen Ägypter koptische Christen. Ihre Kirche spaltete sich im 5. Jahrhundert von der römischen Kirche ab. Christen und Muslime leben in Ägypten weitgehend friedlich zusammen. Nur vereinzelt gibt es Spannungen und wenn, dann vor allem in der Provinzhauptstadt Al-Minja.