Kampf gegen den Klimawandel: Island baut erstes Kraftwerk mit negativem CO2-Ausstoß

Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid sind Experten zufolge für den Klimawandel verantwortlich.
Der weltweite Anstieg von Kohlenstoffdioxid ist laut Experten einer der Gründe für den Klimawandel. (Symbolbild) © dpa, Frank Rumpenhorst, fru htf lof

Können die neuen Technologien das CO2-Problem lösen?

Es klingt eigentlich ganz einfach: Kohlenstoffdioxid (CO2) wird aus der Umgebungsluft gefiltert, in den Untergrund gepumpt und dort gespeichert. Doch bisher galt das Verfahren als zu aufwendig und zu teuer. Jetzt hat ein Kraftwerk in Island erstmals ein Pilotprojekt gestartet. Und das gibt Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel.

So funktioniert das 'Direct-Air-Capture'-Verfahren

Treibhausgase sind Umwelt-Experten verantwortlich für Klimawandel
Seit dem 4. November 2016 ist das Pariser Klimaabkommen in Kraft. Kernziel ist es, die durch Treibhausgase verursachte Erwärmung der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf deutlich unter zwei Grad zu senken. © picture-alliance/ dpa, Christian Hager

Im isländischen Geothermie-Kraftwerk Hellisheidi läuft das Projekt, bei dem Kohlenstoffdioxid zu Stein gemacht wird. Eine eigens installierte Anlage filtert das CO2 dafür aus der Umgebungsluft und leitet das Gas 400 bis 800 Meter in den Untergrund, wie das Wissensmagazin 'scinexx.de' erklärt. Die Technologie wird 'Direct-Air-Capture' genannt.

Chemische Reaktionen im porösen Basaltgestein führen dann dazu, dass das CO2 zu Karbonat mineralisiert. Innerhalb von rund zwei Jahren wird es so zu festem Gestein und ist keine Gefahr mehr für das Klimasystem. So haben wir "eine Lösung, die unabhängig von Emissionsquellen überall dort einsetzbar ist, wo es Basaltgestein gibt", sagte CarbFix-Projektleiterin Edda Sif Aradóttir im Interview mit 'scinexx.de'.

Ganz ohne CO2 geht es nicht

Hohe Verkehrsdichte auf der Berliner Stadtautobahn A100 nahe der Autobahnausfahrt Kurfuerstendamm. Berlin, 09.10.2017. Berlin Deutschland *** high Traffic density on the Berlin City highway A100 near the Motorway exit Kurfuerstendamm Berlin 09 10 201
Die großen Autobauer wollen in den nächsten Jahren viele neue E-Autos auf die Straße bringen. Sie reagieren damit auch auf den Druck der Politik, die Schadstoffemissionen zu reduzieren. © imago/photothek, Florian Gaertner/photothek.net, imago stock&people

Die Fabrik stößt bei der Verbrennung natürlich trotzdem noch CO2 aus. Verhindern lässt sich dieser Prozess nicht. Aber dadurch, dass es abgesaugt und mineralisiert wird, bleibt es für mindestens eine Millionen Jahre im Boden eingeschlossen, wie 'scinexx.de'  berichtet.

Die Methode wurde vor einiger Zeit bereits in der Schweiz erfolgreich getestet. Doch die Preise für die Ausführung und die Entwicklung waren zu hoch und haben Investoren abgeschreckt, wie der 'Business Insider' erklärt. Dass sie jetzt in einem Kraftwerk angewendet wird, ist ein Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel.

Jeder kann etwas gegen den Klimawandel tun!

Auch der zu hohe Fleischkonsum ist nicht gut für die Umwelt.
Wenn jeder nur einmal in der Woche Fleisch essen würde, könnten in Deutschland rund neun Millionen Tonnen Treibhausgase im Jahr eingespart werden. © dpa, Gian Ehrenzeller, ge joh

Beim sogenannten Klimawandel handelt es sich um die Veränderung des Klimas auf der Erde und erdähnlichen Planeten. Die Ursachen für einen solchen Wandel, der auch als Klimaschwankung bezeichnet werden kann, sind vielfältig. 

Das Thema ist international von politischer Bedeutung. Die Vereinten Nationen kamen im Dezember 2015 in Paris zusammen, um im Rahmen der UN-Klimakonferenz über Maßnahmen zu beraten, die eine Begrenzung der zukünftigen Erderwärmung auf maximal zwei bis 1,5 Grad zur Folge haben sollen. Das Pariser Klimaabkommen gilt als historischer Beschluss, auch wenn es eine freiwillige Verpflichtung der Länder ist. Doch auch jeder einzelne kann im Alltag dazu beitragen, CO2 einzusparen.

Auch unsere Computer und Smartphones sind Klimakiller

Der CO2-Ausstoß aller Serverfarmen ist höher als der aller weltweiten Fluggesellschaften.
Der CO2-Ausstoß aller Serverfarmen ist höher als der aller weltweiten Fluggesellschaften.

Dass der weltweite Verkehr, Fabriken und die Landwirtschaft für einen großen Teil des CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, ist bekannt. Nur wenige wissen aber, dass auch unsere Computer und die dafür benötigten Serverfarmen wahre Klimakiller sind. Wie das zustande kommt, haben wir hier für Sie zusammengefasst.