Kopfläuse wieder auf dem Vormarsch: Das sollten Sie jetzt wissen

Läusebefall: Das sollten Sie wissen
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Was Sie über die Kopflaus wissen sollten

Kaum ist die Sommerzeit vorbei, haben sie Hochzeit: Kopfläuse. Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen. Im Durchschnitt ist eines von 20 Kindern von der ansteckenden Infektionskrankheit befallen.

Wir erklären, wie Sie Kopfläuse erkennen und behandeln können. Zudem klären wir auf, welche Pflichten Eltern haben, wenn ihr Kind Läuse hat. Denn ein Verschweigen der Infektionskrankheit kann ganz schön teuer werden!

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So erkennen Sie Kopfläuse

Es juckt ständig auf dem Kopf ihres Kindes. Da liegt es nahe, dass Läuse sich auf der Kopfhaut eingenistet haben. Da sich die kleinen Tiere von Blut ernähren, fängt die Kopfhaut durch die Stiche an zu jucken. Doch wie erkennt man, ob wirklich ein Läusebefall vorliegt?

Eine Kopflaus zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Selbst ausgewachsene Exemplare werden nur 2,4 bis 3,1 Millimeter groß. Mit einer Lupe ist es möglich, die kleinen Tierchen auf dem Kopf zu entdecken. Am besten sind die Eier (Nissen) zu erkennen. Diese sind grau-braun, oval, 0,8 Millimeter groß und befindet sich meistens nahe der Kopfhaut. Ob es Schuppen oder Nissen sind, erkennen Sie auch daran, dass sich die Eier nur schwer vom Haar abziehen lassen.

Wenn die Haare vor der Suche mit einer Spülung gewaschen und feucht sind, lassen sich die Läuse besser finden. Am besten eignet sich hierfür ein Läusekamm mit feinen, dichten Zinken. Diesen nach dem Durchkämmen auf einem weißen Küchenpapier abstreichen und auf Läuse und Nissen untersuchen.

Mit Läusen angesteckt - wie passiert das?

Läusebefall hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Jeder kann sie bekommen und nur mit Hygiene alleine schützt man sich nicht und wird sie auch nicht los. Wenn Betroffene nicht schnell behandelt werden, dann besteht hohe Ansteckungsgefahr. Insbesondere Kinder sind durch das Spielen und Kuscheln sehr häufig betroffen.

Mit ihren Klauen kann sich die Laus gut an den Haaren festhalten und so schnell von Kopf zu Kopf gelangen. Läuse überleben nur wenige Tage ohne Blut, daher ist das Risiko einer Ansteckung über Handtücher & Co. eher gering. Einfach Bettwäsche und Schlafanzüge austauschen und waschen. Andere Dinge, die die Kinder nahe an ihrem Kopf haben, wie Kuscheltiere oder Mützen, sollten Sie drei Tage in einen verschlossenen Plastikbeutel legen. Das überleben die Läuse nicht.

Um sicher zu gehen, dass sich niemand sonst mit den Kopfläusen angesteckt hat, sollten auch alle anderen Familienmitglieder und Freunde gründlich untersucht werden.

Kopfläuse behandeln - das hilft

Wenn ein Läusebefall vorliegt, dann ist schnelles Handeln angesagt. In der Apotheke sollten Sie sich Läusemittel wie z.B. Läuseshampoo besorgen und genau nach Anweisung anwenden. Aber Achtung: Nur Läuse und Larven werden durch das Mittel getötet, die Eier nicht. Neue Larven schlüpfen wieder daraus, deshalb muss die Läusebehandlung nach acht bis zehn Tagen erneut wiederholt werden.

Nachdem das Kind mit dem entsprechenden Mittel behandelt wurde, darf es wieder in Kindergarten und Schule. Aber die Nachbehandlung darf auf keinen Fall vergessen werden!

Elternpflicht bei Kopflausbefall

Wenn ein Kind sich Läuse eingefangen hat, sollten diese schnell bekämpft werden, damit nicht noch mehr Kinder sich anstecken. Zudem sind die Eltern laut Infektionsschutzgesetz verpflichtet, Schule oder Kindergarten über einen Kopflausbefall zu informieren. Die Schule muss wiederum das zuständige Gesundheitsamt über den Befall in ihrer Einrichtung informieren.

Wenn Kopfläuse von den Eltern verschwiegen werden, kann es ganz schön teuer werden. Die Eltern begehen damit eine Ordnungswidrigkeit. Laut Infektionsschutzgesetz kann dies mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Dennoch wird in der Regel nur in besonderen Fällen ein Bußgeld erhoben, wenn zum Beispiel wiederholt das Gesetz missachtet wurde.