Krieg in Gaza: Es mangelt an Ärzten und Medikamenten

RTL-Reporterin Raschel Blufarb berichtet aus Gaza

Noch hält die Waffenruhe in Gaza, allerdings läuft sie um Mitternacht aus. In Kairo wird verzweifelt vermittelt, Palästinenser und Israelis sprechen nach wie vor nicht direkt miteinander. Der palästinensische Delegationschef Asam al-Ahmed sagte der Online-Zeitung 'Times of Israel', es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen. Dennoch sei "die Kluft groß". Ähnlich zitierte der israelische Rundfunk einen Regierungsvertreter in Jerusalem.

Keine Betäubungsmittel, große Schmerzen
Große Schmerzen: Betäubungsmittel in Gaza sind Mangelware

Im Gaza-Streifen haben die Menschen Angst, dass die Kämpfe wieder beginnen. In den Krankenhäusern nutzen die Ärzte die letzten Stunden der Waffenruhe, um die vielen Verletzten zu versorgen. RTL-Reporterin Raschel Blufarb hat einen von ihnen bei seiner Leben rettenden Arbeit begleitet.

Das Leid, das dabei offenbar wird, ist kaum zu fassen, denn selbst 'kleinere' Verletzungen sind unter den in Gaza herrschenden Umständen über die Maße schlimm und deprimierend. Ein Junge hat sich beim Spielen fast den Finger abgerissen. Abgesehen davon, dass das in den Trümmern geschah, eine Verletzung, die jedem überall widerfahren kann. Die Wunde muss genäht werden, in Gaza allerdings ohne Betäubung, es gibt nicht genügend Betäubungsmittel – was da ist, bekommen die Schwerverletzten.

"Wir haben hier halt keine Medikamente, da kommen keine Medikamente rein, und falls welche reinkommen, dann begrenzte Mengen. Wenn dann an einem Tag 150 bis 200 Verletzte reinkommen, dann sind alle Vorräte weg", sagt Neurochirurg Dr. Mohammed Banat, der freiwillig aus Deutschland gekommen ist, um zu helfen.

Keine Fachärzte, kein Platz auf der Intensivstation

Aber im Krieg gibt es immer auch weitaus schlimmere, lebensgefährliche Verletzungen. Ein Mädchen zum Beispiel hat ein offenes Schädel-Hirntrauma. Sie müsste auf die Kinderintensivstation, doch die ist voll - sie braucht Fachärzte, doch die gibt es nicht.

"800 Betten gibt es hier, 1.300 Patienten müssen aber versorgt werden. Wer die Intensivstation überlebt, hat trotzdem wenig Chancen. Denn die medizinische Nachversorgung ist nicht gewährleistet."

Deswegen hoffen die Menschen in Gaza auf die Verhandlungen in Kairo, dass die Waffenruhe vielleicht doch noch länger hält.