Kriegsgebiet Ost-Aleppo: Einwohner fürchten die Rache des Assad-Regimes

Aleppo: Offensive treibt tausende Menschen zur Flucht
Aleppo: Offensive treibt tausende Menschen zur Flucht So sehr leiden die Zivilisten im Syrien-Bürgerkrieg 00:02:29
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Große Furcht bei der Zivilbevölkerung

Die Lage in Aleppo wird immer schlimmer. Menschen auf der Flucht werden zu Tode gebombt. Zugleich wächst die Angst vor Racheakten nach einer Eroberung. Die Rebellen wollen trotz Verlusten nicht aufgeben.

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Im umkämpften Osten Aleppos wächst die Angst vor Racheakten des Regimes. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte, viele Zivilisten befürchteten Übergriffe der Regierungskräfte. Syriens Regierung habe eine «lange und dunkle Geschichte» von willkürlichen Festnahmen, und Menschen seien verschwunden, erklärte Amnesty. Deswegen sei es umso wichtiger, die Zivilbevölkerung in eingenommenen Gebieten zu schützen.

Rebellen wollen weiterkämpfen

Kriegsgebiet Ost-Aleppo: Einwohner fürchten die Rache des Assad-Regimes
Stück für Stück erobern Assads Truppen die Rebbelen-Hochburg Aleppo zurück. © REUTERS, SANA, ALH/LP

Noch am Dienstag sollte sich der Weltsicherheitsrat mit der Lage befassen. Die heftigen Angriffe auf die Rebellengebiete der nordsyrischen Stadt haben nach UN-Angaben bereits bis zu 16.000 Menschen in die Flucht getrieben. Trotz großer Geländegewinne der Regierungstruppen wollen die Rebellen nicht aufgeben. «Der Kampf geht weiter», sagte Usama Abu Seid, Berater der oppositionellen Freien Syrischen Armee.

Zehntausende sitzen fest

Der Vormarsch des Regimes sei das Ergebnis von «massivem militärischen Druck» gegen Rebellen, die nur leichte Waffen besäßen. «Das bedeutet nicht, dass die Schlacht zu Ende ist.» Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte, Zehntausende säßen in den von der Opposition kontrollierten Gebieten fest und lebten unter dauerhaftem Bombardement. Es gebe Berichte, dass Oppositionsgruppen Zivilisten an der Flucht hinderten. Zugleich herrsche Sorge, Menschen mit Kontakten zu bewaffneten Oppositionsgruppen könnten festgenommen werden, wenn sie in Gebiete unter Kontrolle der Regierung oder der Kurden gelangten.

Gnaden- und skrupelloses Regime

Kriegsgebiet Ost-Aleppo: Einwohner fürchten die Rache des Assad-Regimes
Von Aleppo ist nicht mehr viel übrig geblieben. © REUTERS, Abdalrhman Ismail, CK//FL/AA

«Ich habe Angst davor, festgenommen zu werden. Das Regime macht keinen Unterschied zwischen Ärzten, Zivilisten und Kämpfern», erklärte ein Mediziner mit dem Namen Abdulhalek aus den Rebellengebieten. «Weil wir in Ost-Aleppo geblieben sind, sind wir alle für sie Terroristen.»

Aleppo braucht Hilfe

Frankreich forderte den Weltsicherheitsrat auf, sich mit den Möglichkeiten zur Hilfeleistung für die Bevölkerung zu befassen. «Mehr denn je müssen dringend die Kampfhandlungen eingestellt und ein ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe ermöglicht werden», erklärte Außenminister Jean-Marc Ayrault in Paris. Ähnlich hatte sich zuvor auch Deutschland geäußert.