Landtagswahl in Schleswig-Holstein: CDU gewinnt im hohen Norden

CDU gewinnt die Wahl in Schleswig-Holstein
CDU gewinnt die Wahl in Schleswig-Holstein Schwierige Koalitionsverhandlungen stehen bevor 00:02:41
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Künftige Koalition ist offen

Es sieht in Deutschlands hohem Norden nach einem Regierungswechsel aus. Die CDU hat nach aktuellen Hochrechnungen 33,3 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein erhalten und ist demnach klarer Wahlsieger. Offen ist, wer künftig im nördlichsten Bundesland regieren wird. Die bisherige Koalition aus SPD, Grünen und SSW - die Partei der dänischen Minderheit - hat keine Mehrheit mehr, das bedeutet das Aus für die sogenannte 'Küstenkoalition'.

SPD sackt auf knapp 27 Prozent

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: CDU gewinnt im hohen Norden
Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Daniel Günther von der CDU gewinnt, die Koalitionsverhandlungen aber werden schwierig. © dpa, Christian Charisius, jhe hpl

Die SPD kommt laut Hochrechnungen nur noch auf 26,5 Prozent und verliert damit knapp vier Prozent gegenüber 2012. Die Grünen erhalten demnach 13 Prozent, die FDP starke 10,8 und die AfD 5,5 Prozent. Damit wären die Rechtsnationalen erstmals im Kieler Landtag. "Das ist ein großartiger Tag für Schleswig-Holstein. Wir haben die Wahl gewonnen. Die Menschen haben eine klare Entscheidung getroffen", sagte CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther in Kiel. "Die Regierung mit Torsten Albig ist abgewählt. Die Menschen haben gegen die Koalition des Stillstands und für den Aufbruch gestimmt."

Albig gestand die Niederlage ein: "Das ist ein bitterer Tag für die Sozialdemokratie, ein bitterer Tag für die Regierung, ein bitterer Tag für mich", so der SPD-Politiker. "Wir stehen hier heute und stellen fest, dass wir damit keine Mehrheit gewonnen haben." 

Nicht an die Fünfprozent-Hürde gebunden ist der Südschleswigsche Wählerverbands (SSW) der dänisch-friesischen Minderheit, der mit 3,2 Prozent der Stimmen in den Kieler Landtag einziehen wird. Deren Spitzenkandidat Lars Harms bedauerte das Ende der Küstenkoalition. "Erstmal müssen wir feststellen, dass wir nicht das Ergebnis erreicht haben, was wir uns erhofft haben. Das ist schade", sagte er. Der SSW war in der vergangenen Legislaturperiode erstmals an der Regierung beteiligt.  

Viele Koalitionsmöglichkeiten in Kiel - Schwarz-Grün erscheint möglich

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: CDU gewinnt im hohen Norden
Die Koalition von Torsten Albig (SPD) wurde am Sonntagabend vom Wähler versenkt. © dpa, Bodo Marks, bom

​Nicht im Landtag sind offenbar die Linken, die weniger als vier Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnten.

Günther strebt eine Koalition aus CDU, FDP und Grünen (Jamaika) an. Möglich wäre auch eine große Koalition mit der SPD. Diese wollen aber weder Günther noch Albig. Auch eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen hätte eine Mehrheit, nach der ZDF-Prognose sogar eine Koalition aus CDU und Grünen, wenn auch nur hauchdünn. Albig hatte vor der Wahl angekündigt, bei einem Scheitern seiner Regierung einen 'Plan B' zu besitzen. Details nannte er nicht. Mit der AfD will niemand zusammenarbeiten. "Es werden lange und zähe Verhandlugnen werden", sagte Albig angesichts der vielen Koalitionsmöglichkeiten in Kiel. Jamaika, die Ampel, eine Große Koalition, aber auch Schwarz-Grün sind drin.  

Schleswig-Holsteins Grünen-Chefin Ruth Kastner räumte trotz des starken Abschneidens der Grünen die Niederlage der bisherigen Küstenkoalition ein. "Es ist leider nicht so, dass wir die Küstenkoalition fortsetzen können. Das hätten wir gerne getan", sagte sie im NDR. "Jetzt wird es wahrscheinlich eine schwierige Regierungsbildung geben", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt in Berlin. Die Grünen könnten Hochrechnungen zufolge mit SPD und FDP oder CDU und FDP regieren. 

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley bezeichente den Ausgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein als Niederlage für die SPD. "Das ist ein klarer Sieg für Herrn Günther", sagte Barley. "Wir hatten uns auf einen harten Kampf eingestellt." Die Aussagekraft für weitere Wahlkämpfe sei aber gering. Schleswig-Holstein sei vielmehr immer ein schwieriges Pflaster für die SPD gewesen.