Lebensrettende OP in Deutschland: Zu Hause wäre Sorya (6) gestorben

Projekt 'Herzbrücke' macht Versorgung von Kindern aus Krisengebieten möglich

Als Maike und Peter Klaus von der kleinen Sorya aus Afghanistan hören, wollen sie ihr unbedingt helfen. Das sechsjährige Mädchen hat einen schweren Herzfehler, der dringend operiert werden muss, doch ihren Eltern fehlt das Geld. Ohne ihre Familie reist die Kleine von Afghanistan nach Deutschland, um hier dank des Projekts 'Herzbrücke' der Albertinen-Stiftung in Hamburg operiert zu werden. Begleitet wird sie von Familie Klaus, ihrer Gastfamilie, und diese ahnt nicht, wie sehr Sorya ihr Leben aufmischen wird. 

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Eine lebensrettende Operation in Deutschland steht bevor

Sorya hat zwei lebensbedrohliche Löcher in den Vorhöfen des Herzens, die ihr keine hohe Lebenserwartung versprechen, da ihr Herz viel mehr leisten muss als das von gesunden Menschen. "Für sie ist das Spiel entscheidend, also mit diesem Befund wird sie nicht alt werden", erklärt Prof. Dr. med. Friedrich-Christian Rieß, Chairman des Albertinen Herz- und Gefäßzentrums in Hamburg. Außerdem ist sie für ihr Alter unterernährt, als sie in Deutschland ankommt - schüchtern aber auch gespannt auf das, was kommt. Familie Klaus hat sich wochenlang auf die Ankunft von Sorya vorbereitet und wollen sie bei der Operation begleiten - ehrenamtlich versteht sich. 

Schon nach kurzer Zeit gehört Sorya zur Familie

Schon nach drei Tagen sind Sorya und ihre Gasteltern und -geschwister ein Herz und eine Seele. Die Sechsjährige fühlt sich in ihrem neuen Zuhause sehr wohl und probiert wild alles aus, was sie aus Afghanistan nicht kennt: einen Staubsauger oder Schubladen zum Beispiel. "Sie ist ja nicht mein Kind und ich weiß ja auch, dass sie wieder gehen muss. Daher müsste man versuchen ein bisschen Distanz aufzubauen, was wir von Anfang an nicht geschafft haben", erzählt Maike, Soryas Gastmutter.

Der Abschied naht: "Wir reden alle nicht, sonst weinen wir"

Am großen Tag der Operation im Albertinen Krankenhaus in Hamburg steht Maike an Soryas Bettchen bis sie in den OP-Saal geschoben wird. Alles verläuft nach Plan. Die Operation war erfolgreich. Knapp vier Wochen bleibt das Mädchen aber noch bei Familie Klaus, denn es folgen noch einige Nachuntersuchungen. Außerdem bleibt noch Zeit fürs Deutsch lernen und einen Großeinkauf für ihre Familie daheim im Drogeriemarkt. Dann ist der große Tag des Abschieds gekommen. "Wir reden alle nicht, sonst weinen wir", erzählt Soryas Pflegeschwester am Flughafen. Den emotionalen Abschied und wie es der Kleinen heute zurück in Kabul geht, sehen Sie im Video!