Massenmord: Schlepper ertränkt 29 Menschen

Schlepper ertränkt Flüchtlinge
Schlepper ertränkt Flüchtlinge Vor der Küste von Jemen 00:00:33
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22 weitere Menschen werden vermisst

Wenn Menschen zu Geschäfts-Objekten werden, hat ihr Leben nur noch einen finanziellen Wert. Anders lässt sich die lebensverachtende Tat eines Schleppers nicht erklären. Der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge hat ein Schlepper vor der Küste Jemens 29 aus Somalia und Äthiopien stammende Menschen ertränkt.

Er hatte mehr als 120 Migranten an Bord seines Bootes gezwungen, ins Meer zu springen. Kurz darauf entdeckten Mitarbeiter der IOM, die an die Vereinten Nationen angegliedert ist, am Strand 29 Leichen in flachen Gräbern. 22 weitere Menschen werden noch vermisst.

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"Schockierend und unmenschlich"

Überlebende berichten, dass der Schlepper sie ins Wasser gestoßen habe, als er an der Küste Behördenmitarbeiter entdeckte. Er habe sich dann auf den Rückweg nach Somalia gemacht, um auf derselben Route noch mehr Migranten an die jemenitische Küste zu bringen. Die Tat sei "schockierend und unmenschlich", so Laurent de Boeck, Leiter der IOM-Mission im Jemen.

Im Jemen kämpfen seit Jahren schiitische Huthi-Rebellen gegen Truppen der sunnitischen Regierung. Der Bürgerkrieg hat das bitterarme Land auf der arabischen Halbinsel in eine schwere Krise gestürzt. Dennoch kamen nach IOM-Schätzungen bisher rund 55.000 Migranten vom Horn von Afrika über das Rote Meer und den Golf von Aden. Teils hoffen sie auf Arbeit in den wohlhabenden Golfstaaten, teils flüchten sie vor Konflikten in ihren Heimatländern.