Mexiko: Tierschützer protestieren gegen die blutigen Stierkämpfe

"Die Tiere leiden wie Menschen auch"

In Mexiko ist der Stierkampf noch immer eine beliebte Tradition und lockt viele Menschen in die Arenen. Die Toreros werden als Helden gefeiert. Doch Tierschützer protestieren: Für die Stiere sei das Spektakel eine Quälerei.

Verletzter Stier nach dem Kampf in Mexiko
Der verletzte Stier wird nach dem Kampf hinter den Kulissen getötet.

Ohne Schutz, Auge in Auge stehen die Toreros dem Stier gegenüber und reizen ihn, um die Menge zu unterhalten. Tona Lailson ist einer von ihnen. "Ich mache das aus Leidenschaft, weil mir diese Tradition gefällt", erklärt er. Obwohl sich Tona bei den Kämpfen bereits mehrere Rippen gebrochen hat, denkt er nicht daran aufzuhören. Einer seiner Kollegen hat sogar ein Auge verloren. Dennoch: Die Männer werden in Mexiko wie Helden verehrt.

Doch immer mehr Tierschützer melden sich zu öffentlich Wort. Ihrer Ansicht nach passen die Kämpfe nicht in eine moderne Gesellschaft. "Stierkämpfe sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenn man es so sehen will, ist es natürlich Teil unserer Tradition. Aber auch die Korruption ist ein Teil unserer Kultur und das heißt nicht, dass das etwas Positives ist", sagt Tierschützer Gustavo Larios Velasco. Stiere, so Velasco weiter, sind eigentlich keine aggressiven Tiere, haben Hörner nur zu ihrer Verteidigung. Erst wenn sie eingezwängt und provoziert werden, gehen sie auf Menschen los. "Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Stiere ein Nervensystem haben und daher leiden wie wir Menschen auch", sagt Velasco. Deshalb sollten die Kämpfe verboten werden.