Mikroplastik ist überall: 83 Prozent unseres Trinkwassers ist verseucht

Fast all unser Wasser ist mit Mikroplastik verseucht
Fast all unser Wasser ist mit Mikroplastik verseucht Unsichtbarer Müll 00:00:28
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Viele Trinkwasserproben enthielten Mikroplastik

Dass die Meere voller Plastikmüll sind, ist hinlänglich bekannt. Doch auch unser Trinkwasser ist mit Mikroplastik verseucht. Weltweit enthalten 83 Prozent des Leitungswassers winzige Plastikteile, die auf diesem Weg ungehindert in unseren Körper gelangen. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind wenig erforscht. Was man weiß, verheißt jedoch nichts Gutes.

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In Europa ist die Belastung mit Mikroplastik am geringsten

Eine Studie des Journalistennetzwerks 'OrbMedia' kam zu dem erschreckenden Ergebnis, dass ein Großteil des Trinkwassers auf der Welt mit Plastikteilchen belastet ist. Dabei haben wir in Europa noch Glück, denn hier ist die Belastung mit durchschnittlich 72 Prozent am geringsten. USA und Libanon sind, was Plastik im Leitungswasser angeht, absolute Spitzenreiter: 94 Prozent der Proben sind verseucht.

Woher kommt das Mikroplastik im Trinkwasser?

Die winzigen Plastikpartikel sind so klein, dass herkömmliche Kläranlagen sie nicht aus dem Wasser herausfiltern können. Die kleinen Fasern entstehen beispielsweise beim Waschen von synthetischer Kleidung. Die Plastikfäden brechen und reiben sich immer weiter ab und gelangen über die Kanalisation in den Wasserkreislauf. Auch in Zahnpasta, Kosmetik oder Wandfarbe sind winzig kleine Plastikteilchen enthalten, die früher oder später in unserem Trinkwasser landen.

Auch die immer weiter wachsenden Müllberge sind ein Problem, denn Plastik zersetzt sich nicht so einfach. Bis eine Plastikflasche vollständig zersetzt ist, dauert es laut der 'Initiative Mikroplastik' 450 Jahre. Vorher wird die Flasche von der Witterung aber in mikroskopisch kleine Teile zerrieben, die über das Trinkwasser auch in unseren Körper gelangen.

Welche Auswirkungen hat das Mikroplastik auf die Gesundheit

Was das Mikroplastik im menschlichen Körper anrichtet, ist erst wenig erforscht. Doch dass die zusätzliche Belastung nicht gesund ist, liegt auf der Hand. PET, woraus viele Flaschen gemacht sind, setzt zum Beispiel Giftstoffe frei, wenn es Wärme und Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, erklären die Autoren der Studie. PVC, das in vielen Verpackungen und Spielzeugen enthalten ist, gibt bereits bei Kontakt mit Wasser giftige Chemikalien ab. Und auch HDPE – ebenfalls ein Verpackungsmaterial – steht im Verdacht Brustkrebs, Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs auszulösen.

So kann man Mikroplastik im Alltag vermeiden

Ein Großteil des Mikroplastiks im Trinkwasser wird laut den Forschern zwar von der Industrie produziert. Aber auch jeder einzelne kann einen Beitrag leisten, um die Wasserqualität zu erhalten. So kann man versuchen, Plastikmüll im Alltag zu reduzieren, zum Beispiel indem man beim Einkaufen Stoffbeutel, statt Plastiktüten verwendet. Ein weiterer Tipp: Synthetische Kleidung nur waschen, wenn es unbedingt nötig ist. Manchmal hilft es vielleicht schon, den Fleece-Pullover nachts zum Lüften nach draußen zu hängen.