Missbrauchsvorwürfe gegen Roy Moore aus Alabama: Parteikollege verteidigt ihn mit Bibel-Verweisen

Krude Verteidigung gegen Missbrauchsvorwürfe
Krude Verteidigung gegen Missbrauchsvorwürfe Parteikollege verteidigt Roy Moore 00:00:28
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Missbrauch: Roy Moore soll 14-Jährige missbraucht haben

Der ultrakonservative Kandidat für den US-Senat aus Alabama, Roy Moore, soll unter anderem eine 14-Jährige vor Jahrzehnten missbraucht haben. Mehrere Republikaner distanzierten sich von ihm, aber Unterstützung bekommt er nun von ungewöhnlicher Seite und mit bizarren Bibel-Vergleichen. 

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Roy Morre soll Dates mit Minderjährigen gehabt haben

Roy Moore, extrem konservativer Kandidat aus Alabama für den US-Senat, liebt es rau. Auf Fotos inszeniert er sich gerne hemdsärmelig, als zäher Typ, mit Cowboyhut auf dem Pferd oder mit Revolver in der Hand. Er inszeniert sich als einer der letzten echten Kämpfer für konservative Werte. Dieses Image lässt sich mittlerweile nur noch schwierig aufrecht halten.

Der Grund: Die 'Washington Post' will mit mehr als 30 Leuten gesprochen haben, die behaupten, Moore habe sich unangemessenen gegenüber Minderjährigen verhalten. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von 1977 bis 1982. Demnach fragte er eine 16-Jährige nach Dates, traf sich mit einer 17-Jährigen und trank Alkohol mit einer 18-Jährigen (das Trinken von Alkohol war damals nur über 19-Jährigen gestattet). Eine 14-Jährige soll er bei einem Date ausgezogen und unsittlich berührt haben. Zu Sex ist es laut der Zeitung nicht gekommen.

Moore widerspricht den Darstellungen in der 'Washington Post', die Anschuldigen seien völlig falsch. Es handele sich hier um eine "verzweifelte politische Attacke der Demokraten und der Washington Post", sagte der 70-jährige Moore.

Bibel zur Verteidigung von Roy Moore: "Maria war eine Teenagerin, Josef ein erwachsener Zimmermann"

Jim Ziegler, republikanischer Parteifreund aus Alabama und staatlicher Rechnungsprüfer, verteidigte Moore und sagte dem 'Washington Examiner': Selbst, wenn die Vorwürfe stimmten, so sei doch nichts dabei. Wie Ultra-Konservative es gerne tun, zog Ziegler die heilige Schrift hinzu, um die Dinge zu erklären: "Nehmen sie die Bibel, nehmen Sie Maria und Josef, Maria war eine Teenagerin, Josef ein erwachsener Zimmermann, sie wurden die Eltern von Jesus." Das sei nichts Unmoralisches oder Falsches, es sei vielleicht nur "etwas ungewöhnlich".

Was die Öffentlichkeit hier erlebt, ist in der Gesellschaft real existierender Sexismus und die moralische Bankrotterklärung eines Konservativen unter schamlosen Missbrauch dessen, was einem echten Christen die höchste moralische Instanz sein sollte – Jesus Christus und seine Botschaft.

Ziegler scheint ein Einzelfall zu sein. Mitch McConnell, Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, erklärte, dass Moore seine Kandidatur zurückziehen müssen, sollten sich die  Vorwürfe bewahrheiten. Dem schlossen sich viele Republikaner an oder gingen – wie Senator John McCain – sogar weiter: Die Vorwürfe disqualifizierten Moore als Kandidaten, sagte McCain, er müsse sofort abtreten.