Muslimische Feiertage in Deutschland - De Maizière erntet Kritik für Vorstoß

Diskussion über muslimische Feiertage in Deutschland
Diskussion über muslimische Feiertage in Deutschland Kritik an de Maizière 00:01:32
00:00 | 00:01:32

"Wo es viele Moslems gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat bei einer Wahlkampfveranstaltung signalisiert, für muslimische Feiertage in Deutschland offen zu sein. "Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen. Wo es viele Moslems gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken." Generell seien die Feiertage in Deutschland aber christlich geprägt und das solle so bleiben.

De Maizière muss Kritik einstecken

Für diesen Vorstoß erntete de Maizière Kritik - auch aus der eigenen Partei. "Feiertage haben in Deutschland eine lange Tradition; für eine Änderung dieser gewachsenen Strukturen sehe ich keinen Bedarf", sagte der niedersächsische CDU-Landeschef und Spitzenkandidat Bernd Althusmann.

Althusmann kritisierte auch den Zeitpunkt für de Maizières Vorstoß: "Grundsätzlich halte ich Diskussionen über religiöse Feiertage im Wahlkampf für ungeeignet."

Zentralrat der Muslime spricht sich für muslimischen Feiertag aus

Zustimmung kommt hingegen vom Zentralrat der Muslime. So ein freier Tag wäre gut für die Integration, heißt es. Der Vorsitzende Aiman Mazyek sagte in einem Interview mit dem 'Evangelischen Pressedienst', es gehe darum, dass Muslime in Schule und Beruf Berücksichtigung fänden. Der Feiertag müsse auch nicht bundesweit gelten. Auch de Maizière hatte vorgeschlagen, den möglichen muslimischen Feiertag auf Regionen zu begrenzen, in denen viele Muslime leben.

Feiertage sind Angelegenheit der Länder

In ganz Deutschland gibt es neun gesetzlich festgelegte Feiertage. Sie sind jeweils in den Sonn- und Feiertagsgesetzen der Länder festgeschrieben. Nur der Tag der Deutschen Einheit ist bundesrechtlich geregelt.