Mutter mit Kind auf dem Arm stürzt zwischen Bahnsteig und fahrenden Zug – so geht es ihr heute

Mutter stürzt mit Kind auf dem Arm ins Gleisbett
Mutter stürzt mit Kind auf dem Arm ins Gleisbett Zug fuhr los, als sie ausstieg 00:09:07
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Beim Aussteigen stürzt Nicole ins Gleisbett

Es war nur ein Moment, der das Leben von Nicole Rohrbeck komplett aus den Angeln hob. Die alleinerziehende Mutter war mit ihren beiden Kindern am 17. April 2017 mit dem Zug unterwegs. Am Bahnhof Hamburg-Harburg musste die Familie aus Syke (Niedersachsen) umsteigen. Was dann passierte, ist der Albtraum aller Bahnfahrer. Beim Aussteigen geriet Nicole mit ihrem Sohn auf dem Arm zwischen den Zug und den Bahnsteig.

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Tochter (3) musste alles mit ansehen

Die Mutter stellte zuerst ihren Koffer auf den Bahnsteig. Sie stand mit einem Bein auf der Treppe und hob ihren fünfjährigen Sohn aus dem Zug, als der sich plötzlich wieder in Bewegung setzte, obwohl die Tür noch offen war. Nicole verlor das Gleichgewicht und stürzte mit dem Kind ins Gleisbett.

Ihre dreijährige Tochter war noch im Zug und musste alles mit ansehen. Während Nicole ins Krankenhaus gebracht wird, weil ihr Fuß fast komplett abgetrennt war, nahm die Polizei das kleine Mädchen am Hamburger Hauptbahnhof in Empfang.

Familie steht plötzlich vor dem finanziellen Ruin

Sechs Monate nach dem Unglück sitzt die Mutter noch immer im Rollstuhl. Ob sie je wieder laufen kann, ist unklar. Warum fährt ein Zug plötzlich los, obwohl noch eine Tür geöffnet ist? Die Deutsche Bahn hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Während Nicole im Krankenhaus lag, stellte dann auch noch das Jobcenter die Zahlungen an die Familie ein. Angeblich wurden wichtige Unterlagen nicht eingereicht. Dabei hat Nicole Rohrbeck sowohl eine Liegebescheinigung vom Krankenhaus als auch den Antrag auf Weiterzahlung von Hartz IV an das Jobcenter gefaxt und davon auch die entsprechenden Sendebestätigungen erhalten. Die Familie steht vor dem Nichts und jeden Monat werden die Mietschulden größer. Schmerzensgeld hat Nicole auch noch nicht bekommen.

Um der Familie aus der Klemme zu helfen, hat sich RTL-Reporter Thorsten Sleegers in den Fall eingeschaltet. Er konfrontiert den Leiter des Jobcenters mit der Situation.

"Wir wussten nicht wo sich Frau Rohrbeck genau aufhält und ob sie ihre Wohnung hier in Syke überhaupt noch hat", so Holger Bode. Schon vorher hatte er zugegeben, dass es in den letzten Monaten möglicherweise Versäumnisse auf beiden Seiten gegeben hat.

Was die Faxe von Nicole Rohrbeck angeht, so seien diese zwar angekommen, die Informationen darauf hätten aber - so der Amtsleiter - für die Bearbeitung des Antrags auf Weiterzahlung nicht ausgereicht. Dennoch will das Jobcenter jetzt kurzfristig zahlen. "Die Familie ist ja in einer schwierigen Situation, sodass wir da zeitnah überweisen."