Mysteriöser Fall um gesunkenes U-Boot vor Dänemark: Torso gefunden

Verschwundene Journalistin ist tot
Verschwundene Journalistin ist tot U-Boot-Fahrer sagt aus: "Es war ein Unfall" 00:00:25
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Die schwedische Journalistin ist tot

In den mysteriösen Fall um die verschwundene schwedische Journalistin Kim Wall ist Licht gekommen: Es wurde eine Frauenleiche gefunden. Und der dänische U-Boot-Fahrer Peter Madsen sagt: Ja, die Frau starb an Bord. Und es sei ein Unfall gewesen. Daraufhin habe er die Frau in der Köge-Bucht vor Kopenhagen bestattet.

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Radfahrer entdeckt im Wasser eine Leiche ohne Kopf und Beine

Die schwedische Journalistin Kim Wall
Die schwedische Journalistin Kim Wall war an Bord des U-Bootes und wurde seitdem nicht mehr gesehen. © dpa, Tom Wall, joh pat

Der dänische U-Boot-Besitzer Peter Madsen sagte in einem Verhör mit der Polizei aus, dass die vermisste schwedische Journalistin durch ein Unglück an Bord ums Leben gekommen sei. Die dänischen und schwedischen Seefahrtsbehörden zeichneten die Route des U-Boots nach. Dänische Taucher suchten am Montag (21.08.) im südlichen Öresund und in der Køge-Bucht nach dem Körper der Frau. Am Abend teilte die Polizei mit, dass eine Frauenleiche gefunden worden sei und Taucher sie bargen.

Ob es sich um die seit elf Tagen Vermisste handelt, blieb zunächst unklar. Die geborgene Frauenleiche habe weder Kopf noch Beine oder Arme, teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Der Torso sei noch nicht identifiziert. Er sei von einem Radfahrer entdeckt worden und habe eine längere Zeit im Wasser gelegen. Die 30 Jahre alte Schwedin Kim Wall war zuletzt am 10. August gesehen worden, als sie mit Madsen im Hafen von Kopenhagen auf der 'UC3 Nautilus' einschiffte. Sie hatte eine Reportage über den Erfinder schreiben wollen.

Was dann passierte, ist unklar. Madsen gab an, die Frau nach einer Fahrt mit dem U-Boot auf einer Insel im Kopenhagener Hafengebiet abgesetzt zu haben. Er selbst habe ein paar Dinge an dem selbst entworfenen 18 Meter langen Unterwasserfahrzeug getestet, wobei es zu Problemen mit einem Ballasttank gekommen sei. Das U-Boot sank, er selbst wurde von einem privaten Schiff gerettet und an Land gebracht.

Als ihre Familie die Journalistin als vermisst meldete, wurde die Polizei misstrauisch und nahm Madsen fest. Zunächst bestritt der Däne, mit dem Verschwinden der Frau etwas zu tun zu haben. Die Polizei vermutete, dass die Schwedin in dem versunkenen U-Boot zu finden sei. Als das Fahrzeug geborgen wurde, war das aber nicht der Fall. 

Kurz danach teilte die Polizei mit, dass sie nicht mehr damit rechne, Kim Wall lebend zu finden. Wann Madsen aussagte, dass die Frau an Bord starb, wurde nicht mitgeteilt. Erst als sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung beantragten, dass der Fall teilweise öffentlich verhandelt wird, wurde bekannt, dass Madsen einen Unfall an Bord eingeräumt hatte. Der 46-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, die Polizei wirft ihm Totschlag vor, das Gericht reduzierte den Vorwurf am Samstag auf schwere fahrlässige Tötung.