Nach Müllwagen-Unfall mit fünf Toten in Nagold – Staatsanwaltschaft klagt Fahrer an

Bei dem Unglück im August war eine fünfköpfige Familie ums Leben gekommen
Unfall in Nagold: Der Fahrer des Müllwagens wird von der Staatsanwaltschaft Tübingen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt © dpa, Andreas Rosar, bwe jhe bwe

Staatsanwaltschaft Tübingen: Fahrer von Mülllaster angeklagt

Der schreckliche Unfall ereignete sich am 11. August: Ein Mülllaster kippt in Nagold (Baden-Württemberg) in einer Kurve um und begräbt ein Auto unter sich. Alle fünf Insassen des Wagens sterben. Jetzt ist der Fahrer des Wagens von der Staatsanwaltschaft Tübingen angeklagt worden. Der Vorwurf lautet auf fahrlässige Tötung.

Tragischer Unfall in Nagold: Technisches Versagen ausgeschlossen

Die Ursache des tragischen Unfalls war lange unklar gewesen. Der Angeklagte hatte im Laufe des Ermittlungsverfahrens angebliche technische Mängel an seinem Fahrzeug angeführt. Nach der Untersuchung durch einen Sachverständigen steht jetzt fest: Die Bremsen des Lasters funktionierten einwandfrei und es gab auch sonst keine Mängel am Fahrzeug. Eine Alkoholfahrt schlossen die Ermittler ebenso aus.

Der 54-jährige Fahrer muss sich nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten, denn die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er zu schnell in eine Kurve einfuhr. Daher sei das etwa 20 Tonnen schwere Fahrzeug auf das Auto der fünfköpfigen Familie gefallen. Laut Staatsanwaltschaft hätte das Unglück vermieden werden können, wenn der Fahrer beim zulässigen Tempo 30 abgebogen wäre. Das Landgericht muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Großer Andrang bei Beerdigung getöteter Schaustellerfamilie
Großer Andrang bei Beerdigung getöteter Schaustellerfamilie Bei Müllwagen-Unfall in Nagold getötete Familie 00:00:55
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Opfer gehörten zu großer Schaustellerfamilie

Bei dem verheerenden Unfall waren die 25-jährige Fahrerin und ihr 22-jähriger Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17-jährige Schwester der Fahrerin ums Leben gekommen. Die Unfallopfer stammten aus der zweitgrößten deutschen Zirkusfamilie Frank. An der Trauerzeremonie im August hatten rund 1.500 Menschen teilgenommen.