Nach Parteiaustritt: Frauke Petry beklagt "Hexenjagd" in der AfD

Frauke Petry ehemalige Parteivorsitzende der AfD
Frauke Petry wirft ihrer ehemaligen Partei eine regelrechte "Hexenjagd" vor. © imago/Jens Schicke, Jens Schicke, imago stock&people

"Wie ein Verräter behandelt"

Nachdem die ehemalige AfD-Chefin Frauke Petry aus der Partei ausgetreten ist, beklagte sie eine regelrechte "Hexenjagd". In der AfD werde "sehr gründlich entsorgt" sagte sie der 'Welt am Sonntag'. Wer innerhalb der Partei als Petry-Anhänger gelte, werde "wie ein Verräter behandelt und in den sozialen Netzwerken regelrecht verfolgt", sagte sie der Zeitung.

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In der Partei wurden Gerüchte verbreitet

Wegen dieser Stimmung innerhalb der AfD, sei ihr nichts anderes als der Austritt aus der Partei übrig geblieben. Hätte sie weiter versucht, dabeizubleiben, wäre sie weiter öffentlich schlecht gemacht worden, meint die Politikerin. Beispielsweise hätte man das Gerücht verbreitet, dass sie die alleinige Spitzenkandidatur angestrebt hätte.

So will Frauke Petry jetzt weitermachen

Jetzt hat die 42-Jährige vor, zuerst im Bundestag eine Gruppe zu bilden und später eine Partei zu gründen. Sie wolle dafür aber nicht massenhaft AfD-Mitglieder abwerben. "Wir werden nicht versuchen, die AfD gezielt zu entkernen", sagte sie der 'Welt am Sonntag'. In Zukunft wolle Petry stattdessen "Realpolitik mit klarer marktwirtschaftlicher Ausrichtung" betreiben und auch Menschen außerhalb der AfD ansprechen. Rechtsradikalen Kräften will sie in ihrer neuen Partei keine Heimat bieten.

"Ich brauche Glaubwürdigkeit, wenn ich weiterhin Politik machen will, und deshalb konnte ich nicht länger zusehen, wie ich aus der AfD heraus beschädigt werde", sagte Petry der Zeitung und begründete damit den radikalen Schritt, erst aus der AfD Fraktion im Bundestag und dann aus der Partei auszutreten. Die Rechtspopulisten haben bei der Bundestagswahl am 24. September 12,6 Prozent der Stimmen geholt und ziehen damit als drittstärkste Kraft ins Parlament ein.