Nach Raub eines vergoldeten Kekses: Erpresserbrief aufgetaucht

Bahlsen: "Keine Marketing-Aktion“

Ein kurioses Erpresserschreiben ist nach dem Diebstahl eines vergoldeten Kekses an der Fassade des Bahlsen-Firmensitzes in Hannover aufgetaucht - unterzeichnet mit 'Krümelmonster'. "Ich habe den Keks! Ihr wollt ihn haben“, heißt es gleich zu Beginn des Schreibens, das in der Redaktion der 'Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‘ landete. Zusammengeklebt wurde der Brief aus ausgeschnittenen Wörtern.

Bahlsen, Hannover
Da war der Keks noch da: Das Firmenwahrzeichen an der Außenfassade des Bahlsen-Gebäudes. © dpa, Jochen Lübke

"Wir prüfen, ob das ein Scherzbrief oder ein echtes Bekennerschreiben ist", sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei rätselte bislang, warum der vergoldete Keks gestohlen wurde. Auch das Unternehmen tappt im Dunkeln, eine Sprecherin betonte aber: "Das Ganze ist keine Marketing-Aktion unseres Unternehmens, nie im Leben.“

Fest steht, dass die Diebe bei ihrer Tat einigen Aufwand betrieben haben dürften. Der Keks hängt in etwa fünf Metern Höhe zwischen zwei bronzenen Männern, ist 20 Kilo schwer und etwa einen halben Meter hoch. So muss der Täter entweder ein geübter Fassadenkletterer gewesen sein oder den Keks mit einer sehr langen Leiter oder einem Hubwagen gestohlen haben.

Kinder sollen mit Vollmilch-Keksen versorgt werden

Dem kuriosen Bekennerbrief beigefügt ist das Foto einer Person in einem Krümelmonster-Kostüm mit einem Keks in der Hand, der dem vermissten ähnelt. Der Verfasser fordert, dass Bahlsen das Kinderkrankenhaus in Hannover mit Vollmilch-Keksen versorgen soll. Dafür soll das Unternehmen sein verschwundenes Wahrzeichen wiederbekommen. Die von der Polizei ausgesetzte Belohnung zur Ermittlung des Täters von 1.000 Euro solle zudem an ein Tierheim gespendet werden. "Und das ist Ernst“, steht in der Botschaft. Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, lande der Keks bei "Oskar in der Mülltonne“. Sowohl das immer hungrige Krümelmonster als auch der grimmige Oskar sind Figuren aus der 'Sesamstraße‘.

Der Bahlsen-Unternehmenschef appellierte an den unbekannten Erpresser, den gestohlenen goldenen Keks zurückzugeben. "Wir wollen den Keks zurückhaben. Dieser Keks ist für unser Haus ein Symbol", sagte Werner M. Bahlsen. "Wir lassen uns nicht erpressen", betonte Bahlsen. Allerdings werde das Unternehmen eine soziale Aktion starten, wenn das Kunstwerk zurückgegeben werde.