Nach Terroranschlag in Tunis: Wie sicher ist Tunesien für Urlauber?

Diese Sicherheitshinweise sollten deutsche Urlauber beachten

25 Menschen, darunter 20 Touristen, sterben im Kugelhagel der Attentäter von Tunis. Die Opfer stammen aus Polen, Italien, Spanien und Tunesien. Zwei Attentäter hatten das bei Urlaubern beliebte Nationalmuseum gestürmt und ein Blutbad angerichtet. 47 Menschen werden verletzt, die Terroristen von der Polizei erschossen. Allein aus Deutschland kamen im vergangenen Jahr fast eine halbe Millionen Urlauber in das nordafrikanische Land. Viele Deutsche werden sich deshalb fragen: Wie sicher bin ich in Tunesien?

Tunis
Schwer bewaffnete tunesische Sicherheitskräfte töteten die beiden Geiselnehmer. © dpa, Mohamed Messara

Die Schockwellen des Anschlags sind weit über die Grenzen des Landes hinaus spürbar. "Für Tunesien ist dieser Anschlag eine Katastrophe, denn das Land lebt im Wesentlichen vom Tourismus und der ist nun auf Monate hinaus ruiniert", sagt Islam-Experte Michael Lüders.

RTL-Reporterin Elke Büchter, die sich zurzeit in Tunis aufhält, stellt klar: "Es gilt keine allgemeine Terrorwarnung für Tunesien." Wer seinen Oster- und Sommerurlaub gebucht habe, könne diesen natürlich antreten, sollte dabei aber ein paar Sicherheitshinweise beachten, so die RTL-Reporterin. "Hier wird derzeit davon abgeraten, sich rund um das Bardo-Museum aufzuhalten. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man von Überlandfahrten absehen und keine organisierten Wüstentouren machen, da sich im Süden des Landes – an der Grenze zu Algerien – Terroristen aufhalten könnten". Wer sich in den Touristenzentren aufhalte, "darf sich dort auch sicher fühlen", so Büchter.

Paar aus Spanien versteckt sich die ganze Nacht im Museum

Bewaffnete hatten gestern auf dem Platz, an dem das Bardo-Museum und das Parlament liegen, willkürlich auf Touristen gefeuert und sie bis in das Museum verfolgt. Dort nahmen sie dann zahlreiche Urlauber als Geiseln. Die meisten der etwa 100 Besucher, die sich zu dieser Zeit im Museum aufhielten, konnten laut tunesischen Angaben rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Tunesische Sicherheitskräfte, die das Gebäude zunächst umstellt hatten, beendeten dann die Geiselnahme. Dabei starben nach Angaben des Staatsfernsehens zwei Terroristen und ein Polizist.

Erst am Tag darauf wurde zudem ein spanisches Paar entdeckt, das sich nach Angaben tunesischer Medien trotz Beendigung des blutigen Terroranschlags die gesamte Nacht im Nationalmuseum versteckt gehalten hatte. Die beiden Spanier sowie ein weiterer Tuensier waren erst am frühen Morgen aus ihrem Versteck gekommen, berichtete der tunesische Radiosender 'Mosaique'. Die Frau sei im vierten Monat schwanger.

Tunesische Berichte, nach denen mindestens ein Deutscher bei dem Terroranschlag in Tunis getötet wurde, bestätigten sich überdies nicht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte: "Wir gehen davon aus, dass unter den Toten und den Verletzten keine deutschen Staatsangehörigen sind." Unterdessen sicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel Tunesien deutsche Unterstützung zu. "Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen", sagte sie in Gedenken an die Opfer im Bundestag.