Neue Hartz-IV-Regelsätze: Kinder bekommen ab 1. Januar 2017 bis zu 21 Euro mehr im Monat

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Frau hält am 11.02.2011 einen Fünf-Euro-Schein vor das Logo der Agentur für Arbeit in Köln (Nordrhein-Westfalen). Der Hartz-IV-Regelsatz für Alleinstehende soll Anfang kommenden Jahres von 382 auf 391 Euro steigen. Foto:
Der Hartz-IV-Regelsatz steigt im neuen Jahr. © dpa, Oliver Berg

Wer Grundsicherung bezieht, erhält ab Januar mehr Geld

Die Regelsätze für Sozialleistungen steigen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Nach Angaben der Bundesregierung steigen zum Jahresbeginn die Leistungen für alle, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Ab 1. Januar 2017 bekommen beispielsweise Hartz-IV-Empfänger mehr Geld.

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Kinder bekommen 21 Euro mehr im Monat

Die Bundesregierung hat die Anpassung der Sozialleistungen für das Jahr 2017 beschlossen. Demnach steigen die Regelsätze für Leistungsbezieher um mindestens drei Euro pro Monat. Am stärksten steigen die Regelleistungen für Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren. Sie sollen ab 1. Januar 291 Euro statt bisher 270 Euro pro Monat bekommen - ein Plus von 21 Euro.

Doch auch die Regelsätze für Arbeitsuchende und Sozialhilfeempfänger steigen: Bezieher der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) und der Sozialhilfe nach SGB XII können im neuen Jahr mit mehr Geld rechnen. Der Regelsatz für Alleinstehende beispielsweise steigt von 404 Euro auf 409 Euro im Monat.

Aktuelle Einkommens- und Verbrauchsstichproben (EVS) des Statistischen Bundesamtes sollen den Anstoß für die Anpassung gegeben haben. Demnach sei der Bedarf der Altersgruppen - vor allem der Kinder - für Lebensmittel und Getränke erheblich höher als bisher berechnet. Kurz gesagt: Für die Grundsicherung brauchen Leistungsbezieher mehr Geld. Damit ein menschenwürdiges Existenzminimum für deutsche Bürger gesichert ist, werden die Regelsätze jedes Jahr überprüft und gegebenenfalls angepasst. 

Wie sich die Regelsätze im Einzelnen ändern werden, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen. 

Diese Regelsätze gelten ab 1. Januar 2017
Alleinstehend/ Alleinerziehend 409 Euro (+ 5 Euro) Regelbedarfsstufe 1
Erwachsene nicht-erwerbsfähige/ Behinderte (z.B. Wohngemeinschaften) 409 Euro (+ 5 Euro) Regelbedarfsstufe 1
Paare je Parnter/ Bedarfsgemeinschaften 368 Euro (+ 4 Euro) Regelbedarfsstufe 2
Erwachsene Behinderte in stationären Einrichtungen (bis Ende 2019) 327 Euro (+ 3 Euro) Regelbedarfsstufe 3
nicht-erwerbstätige Erwachsene unter 25 im Haushalt der Eltern 327 Euro (+ 3 Euro) Regelbedarfsstufe 3
Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren  311 Euro (+ 5 Euro) Regelbedarfsstufe 4
Kinder von 6 bis unter 14 Jahren  291 Euro (+ 21 Euro) Regelbedarfsstufe 5
Kinder bis 6 Jahre 237 Euro (unverändert) Regelbedarfsstufe 6