Neue Regeln für den Mutterschutz: Das ändert sich für Schwangere ab 2018

Das ändert sich für Schwangere ab 2018
Das ändert sich für Schwangere ab 2018 Mutterschutz wird ausgeweitet 00:01:01
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Von Jutta Rogge-Strang

Ab 1. Januar 2018 gelten neue Regeln für den Mutterschutz. Neu ist, dass jetzt auch Schülerinnen und Studentinnen den Mutterschutz in Anspruch nehmen können. Damit fallen dann nur noch Selbstständige, Geschäftsführerinnen und nicht-leibliche Mütter aus dem Mutterschutz heraus.

Mutterschutzgesetz wurde seit 1952 kaum verändert

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) stammt aus dem Jahr 1952 und wurde seitdem kaum verändert. Die Lebenswirklichkeit hat sich seitdem jedoch enorm gewandelt. Um also den "geänderten gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu entsprechen", wurde das Mutterschutzrecht grundlegend reformiert.

Das Mutterschutzgesetz gilt nun für alle Arbeitnehmerinnen, unabhängig davon, ob sie in Voll- oder Teilzeit arbeiten, einen Mini-Job haben, für Hausangestellte, Heimarbeiterinnen und für Frauen, die sich noch in der beruflichen Ausbildung befinden. Ab Januar 2018 können daher auch Schülerinnen und Studentinnen das MuSchG in Anspruch nehmen, auch wenn sie im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum absolvieren. Sie dürfen nach wie vor freiwillig an Vorlesungen und Klausuren teilnehmen, sind dazu allerdings nicht mehr verpflichtet.

Für manche Frauen verlängert sich der Mutterschutz

Auch können Frauen nun entscheiden, ob sie weiter arbeiten wollen oder den gesetzlichen Mutterschutz von sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen nach der Entbindung wahrnehmen wollen. Bei Frühgeburten nach der 12. Woche, bei Mehrlingsgeburten oder bei Kindern mit Behinderung verlängert sich der Mutterschutz nach der Geburt auf 12 Wochen. Dazu kommt der Teil der Mutterschutzfrist, der vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnte. In diesem Fall beträgt die Mutterschutzfrist maximal 18 Wochen.

Allerdings ist der Arbeitgeber jetzt in der Pflicht: Er muss bis Ende 2018 alle Arbeitsplätze daraufhin untersuchen, ob Schwangere oder stillende Frauen dort gefahrlos arbeiten können. Ob dort gerade Frauen oder Männer sitzen, spielt keine Rolle.

Schwangere dürfen demnächst auch nachts arbeiten

Auch durften bislang Schwangere und stillende Mütter an Sonntagen, Feiertagen und nachts generell nicht arbeiten. Das war besonders für Ärztinnen ein Problem. Jetzt dürfen sie selbst entscheiden, ob sie nachts arbeiten wollen oder nicht. Das gilt allerdings nur, wenn auch der Arzt und die Aufsichtsbehörde zustimmen. Und ist ein Kollege oder eine Kollegin anwesend, dürfen Schwangere künftig ebenfalls an Sonn- und Feiertagen arbeiten.