Neue Vorwürfe: Franz Beckenbauer gerät im Skandal um die Fußball-WM 2006 stärker unter Druck

Bildnummer: 08875750  Datum: 25.10.2011  Copyright: imago/Geisser25.10.2011 ZÜRICH ,  Hauptsitz der FIFA . Task Force Football 2014 der FIFA Franz Beckenbauer (GER) ; Portrait ,  Porträt ,  Einzelbild; Fussball Funktionäre Tagung Treffen Porträt x0x
Fußball-Legende Franz Beckenbauer © imago sportfotodienst

Machte Beckenbauer Geschäfte mit TV-Rechten?

Franz Beckenbauer gerät im Skandal um die Fußball-WM 2006 womöglich noch stärker unter Druck. Einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' zufolge prüft die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt nun, ob die immer noch ungeklärte Millionenzahlung der von Beckenbauer angeführten WM-Macher mit einem Investment des 'Kaisers' in den TV-Rechte-Bereich zusammenhängen könnte. 

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Bislang wurde vermutet, die WM-Ausrichtung sei durch das Geld 'gekauft worden'

Den SZ-Informationen zufolge überprüfen die Ermittler aufgrund einer Notiz einer Bankangestellten, ob 2005 durch die Zahlung des WM-Organisationskomitees von 6,7 Millionen Euro an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus private Verbindlichkeiten Beckenbauers aus einem Geschäft mit internationalen Fernsehrechten an der Heim-WM getilgt worden sein könnten. Bislang hatten die meisten Beteiligten behauptet, die falsch deklarierte und über den  Weltverband FIFA geleitete Überweisung stehe in Verbindung mit einer Vorauszahlung von 2002 an die FIFA-Finanzkommission für einen späteren Zuschuss des Weltverbandes für die WM-Organisation. Die FIFA bestreitet eine solche Konstellation seit der Enthüllung des WM-Skandals vor über zwei Jahren.

Der Verdacht der Staatsanwaltschaft würde das Rätsel um die unlogische Erklärung der WM-Macher von einer privaten Zahlung Beckenbauers für ein sogar von der Bundesregierung und zahlreichen Sponsoren unterstütztes Projekt auflösen. Zugleich könnten im Falle einer Bestätigung des neuen Ansatzes mehrere verantwortliche Personen aus dem damaligen WM-OK in Unkenntnis der tatsächlichen Faktenlage gehandelt und die Zahlung veranlasst haben.

Für den DFB hätte der neue Verdacht früher auftauchen müssen

Auch für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat die neue Spur große Bedeutung. Denn wird der Verdacht bewiesen, kann der Verband in seinem Steuerverfahren nicht mehr eine "betriebliche  Veranlassung" für die ominöse Zahlung geltend machen. Damit wäre allerdings auch die für 2006 schon aberkannte Gemeinnützigkeit des DFB kaum noch wiederzuerlangen und der bereits erlassene Steuernachzahlungsbescheid über fast 20 Millionen Euro praktisch nicht mehr anzufechten.