Nordkorea wertet Trump-Tweet als "Kriegserklärung"

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho spricht am 25.09.2017 vor dem UN Plaza Hotel in New York (USA). (zu dpa «Nordkoreas Außenminister: Trumps Worte sind «Kriegserklärung»» vom 25.09.2017) Foto: Richard Drew/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho äußerte sich bei einem kurzfristig einberufenen Presseauftritt vor einem Hotel in New York. © dpa, Richard Drew, RED joh pat

Außenminister Ri droht mit dem Abschuss strategischer Bomber der USA

Der Krieg der Worte zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un wird immer schärfer. Inzwischen erkennt Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sogar eine "Kriegserklärung" seitens der Amerikaner.

- Anzeige -

Nordkorea beruft sich auf die Charta der Vereinten Nationen

"Das ist ganz klar eine Kriegserklärung, weil solche Worte von einem amtierenden amerikanischen Präsidenten kommen", äußerte der Chef-Diplomat des autoritär regierten Landes bei einem kurzfristig einberufenen Presseauftritt vor einem Hotel in New York. Trump hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung würden "nicht mehr lange hier sein". Am selben Tag schickten die USA mehrere Langstreckenbomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea, um im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas Stärke zu demonstrieren.

Ri drohte zudem mit dem Abschuss strategischer Bomber der USA - selbst, wenn diese nicht in den nordkoreanischen Luftraum eindringen würden. Solange die USA den Krieg erklärten, "werden wir uns von jetzt an das Recht der Selbstverteidigung vorbehalten, einschließlich des Rechts, sie (die Bomber) abzuschießen", sagte Ri. Man werde sehen, wer länger durchhalte. Die Charta der Vereinten Nationen gestehe allen Mitgliedstaaten das Recht der Selbstverteidigung zu. 

Alles nur ein Missverständnis?

Das US-Verteidigungsministerium will sich von Nordkorea nicht unbegrenzt herausfordern lassen. "Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir dem Präsidenten Optionen anbieten, um mit Nordkorea umzugehen", sagte Pentagon-Sprecher Robert Manning in Washington. Welche Möglichkeiten Trump unterbreitet würden, sagte er nicht.

Die US-Bomber seien in internationalem Luftraum unterwegs gewesen und hätten alles Recht dazu gehabt, sagte Manning. Man werde dieses Recht weiter ausüben, und zwar "rund um die Welt". Der Konflikt könne nur politisch gelöst werden, ließ UN-Generalsekretär António Guterres über seinen Sprecher ausrichten. "Wenn die Spannungen und die Rhetorik zunehmen, dann steigt auch das Risiko für Missverständnisse an."