Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern: Aldi-Süd verkauft bald 'Krumme Dinger'

Gemüse mit Schönheitsfehlern
Demnächst haben ALDI-SÜD-Kunden die Wahl: 'Krumme Dinger' oder doch lieber geradliniges Gemüse kaufen? © ALDI SÜD

'Ugly Food' soll nicht mehr verschwendet werden

Schmeckt eine krumme Karotte schlechter als eine geradlinige? Wohl nicht. Trotzdem wird unförmiges Gemüse bei vielen Supermärkten als zu hässlich aussortiert, kommt so gar nicht erst in den Handel und endet oft als Tierfutter. Damit soll bei Aldi-Süd jetzt Schluss sein. Ab Ende August liegen Möhren und Äpfel mit kleinen Schönheitsfehlern mit dem Etikett 'Krumme Dinger' in den Regalen.

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Keine neue Idee

Ganz neu ist die Idee (zum Glück) nicht. Edeka und Netto haben schon 2013 ungewöhnlich geformtes Obst und Gemüse verkauft - unter dem Motto 'Keiner ist perfekt'. Bei Rewe lief das Ganze unter dem Kampagnennamen 'Wunderlinge'. "Mit dem Angebot 'zweitklassiger' Ware erweitern wir unsere Toleranzen im Einkauf und setzen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung in der Lieferkette. Gleichzeitig möchten wir unsere Kunden davon überzeugen, dass auch Obst- und Gemüse-Produkte mit kleinen optischen Fehlern trotzdem von ausgezeichneter geschmacklicher Qualität sein können", sagt Aldi-Sprecher Philipp Skorning.

FH Münster analysiert Verbraucher-Akzeptanz

Die Bio-Karotten werden laut Pressemitteilung des Discounters ab Ende August, die Äpfel ab Ende September erhältlich sein. "Wie viel Obst und Gemüse künftig in einer Packung Schönheitsfehler aufweisen, hängt von den landwirtschaftlichen Gegebenheiten ab, beispielsweise der Witterung", so Skorning.

Das Institut für Nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster wird analysieren, wie gut die Aktion von den Kunden angenommen wird. Ein Ziel der Untersuchung ist, die Ursachen für vermeidbare Lebensmittelverluste zu erkennen und weitere Möglichkeiten zu erkennen.